Vergiftungen[1]

Vergiftungsgefahren für die Katze

Vergiftungsgefahren lauern ebenfalls an allen Ecken und Enden. Nicht nur die orale Einnahme (Fressen oder durch Fellpflege), auch die Aufnahme durch die Haut oder das Einatmen führen bereits zu starken Vergiftungen. Chemikalien wie Putzmittel, Desinfektionsmittel, antiseptische oder jodhaltige Mittel, Waschmittel, Medikamente, Kosmetika, Badezusätze, Mottenkugeln, Dünger, Frostschutzmittel, Lacke, Farben, Klebstoffe, Benzin oder Heiz- bzw. Motoröl, werden oft von der Katze bei der Fellpflege aufgenommen. Vergiftungen durch Frostschutzmittel sind überaus häufig, da Katzen den Geruch scheinbar sehr appetitlich finden.

Insektizide[2] und Pestizide gelangen oft auch über den Umweg der Beute in den Organismus der Katze.

Wenn Sie Mottenkugeln oder Mottenpapier gegen Mottenbefall einsetzten, müssen Sie die Katze von den Schränken oder Schubladen fernhalten, da es sich um ein Kontaktgift handelt, dass auch auf das Nervensystem der Katze wirkt. Eine ungefährliche und biologische Alternative, zu den auch schwer zu entsorgenden Mottengiften, sind Schlupfwespen[3].

Die typischsten Vergiftungserscheinungen in diesen Fällen sind Koordinationsverlust, Erbrechen, Durchfall und Krampfanfälle.

Putzwasser wird häufig als Trinkgelegenheit missverstanden. Die darin enthaltenen Putzmittel führen zu Verätzungen der Speiseröhre und des Magen-Darm-Traktes.

Medikamente, insbesondere Acetylsalizylsäure (Aspirin/ASS) oder Paracetamol sind hoch giftig für Katzen hier führen bereits geringe Mengen (minimal toxische Dosis beträgt 10 mg/kg Körpergewicht) zum Tod.

Nikotin, eingeatmet oder in Form eines aufgefressenen Zigarettenstummels aufgenommen, wirkt auf das Atemzentrum der Katze und kann neben Speicheln und Erbrechen auch zu einem Atemstillstand und damit zum Tod der Katze führen. Auch das Passivrauchen ist für Katzen auf Grund ihrer höheren Atemfrequenz giftiger als für uns Menschen. Nikotin setzt sich auch im Fell der Katze ab und wird beim Putzen, je nach menschlicher Rauchgewohnheit, unter Umständen hochkonzentriert aufgenommen.

Teebaumöl[4] sowie viele andere ätherische Öle (Pfefferminze, Eukalyptus, Thymian, Oregano, Zimtöl sowie alle Öle von Nadelbäumen wie Tanne und Kiefer) enthalten Terpene und Phenole die bei der Katze starke Vergiftungserscheinungen hervorrufen können. Wenn Sie Spaß an aromatischen Badezusätzen haben, sperren Sie Ihre Katze besser aus.

Giftig für Katzen sind auch unscheinbare Dinge wie Süßigkeiten, insbesondere Schokolade. Der Inhaltsstoffes Theobromin im Kakaokern und der Schale wirkt auf Katzen toxisch. Die Vergiftungserscheinungen (Hecheln, Herzrasen, Erbrechen, motorische Krampfanfälle) setzten erst nach 4-5 Stunden ein.

Schwarzer Tee, Kaffee, Alkohol, Rosinen, Trauben, grüne Tomaten und Paprika, rohe Kartoffeln, Nachtschattengewächse aller Art, rohe grüne Bohnen und Avocado sind ebenfalls für die Katze giftig.

Verzichten Sie bei der Fütterung auf Schweinefleisch. Es kann einen Herpesvirus enthalten, der für Menschen ungefährlich, für Hunde und Katzen jedoch lebensbedrohlich ist.

Knoblauch und alle anderen Zwiebelgewächse sind sowohl roh, als auch gekocht oder getrocknet giftig. Der Verzehr kann zu einer Anämie führen.

Bestimmte Konservierungsstoffe[5] sind als Zusätze in Hunde- und Katzenfutter gesetzlich verboten. Allerdings finden sich diese Stoffe in unseren Lebensmitteln, da sie für uns unschädlich sind. Achten Sie also bei der Gabe menschlicher Fertiggerichte (z.B. Fischsalate und anderen Fischerzeugnissen) auf die Zusatzstoffe.

Achten Sie bei der Auswahl der Zimmerpflanzen auf deren Ungefährlichkeit für Katzen. Neben Lilien, Gummibaum und Weihnachtsstern sind eine Vielzahl unverdächtiger Pflanzen für die Katze toxisch[6].  Auch das Blumenwasser in der Vase enthält mitunter stark giftige Substanzen, die von den Schnittblumen abgesondert werden.

Folgende Symptome weisen auf eine Vergiftung hin: Störungen des Magen-Darm-Trakts, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Bauchweh, Schaum vor dem Maul / Speicheln, Krämpfe, Zuckungen, unkoordinierte Muskelbewegungen, Gleichgewichtsstörungen, Pupillenerweiterung, Atem- und Kreislaufstörungen, Bewusstlosigkeit.

Besteht der Verdacht einer Vergiftung, bringen Sie die Katze sofort zum Tierarzt, bitte versuchen Sie nicht die Katze zum Erbrechen zu bringen. Die Gabe von Milch ist auch kontraindiziert, da Milch die Aufnahme fettlöslicher Giftstoffe beschleunigt.

 



[1] www.haustier-anzeiger.de/magazin/0612/artikelid_2060.html

[2] Auch Neem ist ein starkes Insektizid und sollte keinesfalls als ungefährliches Hausmittelchen betrachtet und auf die Katze appliziert werden.

[3] www.lebensmittelmotten-motten.de/

[4] Teebaumöl wird vielerorts gegen Flöhe eingesetzt. Dies ist ein fataler Fehler, der auch zu Langzeitschäden führen kann. Eine Teebaumöl-Vergiftung äußert sich durch Taumeln, Abmagerung, Schwäche, Zittern und führt häufig über Koma zum Tod.

[5] E 210 (Benzoesäure), E 211 (Natriumbenzoat), E 212 (Kaliumbenzoat) und E 213 (Kalziumbenzoat)

[6] www.catplus.de/wp-content/uploads/fur-katzen-ungiftige-pflanzen.pdf