Medikamente geben

Auch mir tritt bei dem Gedanken, einem meiner Tiere Medikamente verabreichen zu müssen, oft noch der Schweiß auf die Stirn. Katzen sind hartnäckig, durchschauen viele Tricks und wenn sie keine Lust haben, wird es schwierig … vor allem bei chronischen Zuständen. Hier einige Tipps, wie es für beide Parteien einfacher werden kann:

Der „Suppentrick“

Fragen Sie den Arzt, ob die Tablette in Flüssigkeit aufgelöst und dann verabreicht werden kann und lassen Sie sich das Vorgehen zeigen.
Dann können Sie etwas Hühnerbrühe oder Thunfischsaft nehmen und das Medikament in so wenig Brühe wie möglich auflösen, ziehen Sie es in einer Spritze ohne Kanüle auf. Verwenden Sie keine warme Brühe oder warmes Wasser, da dies Geruch und Geschmack generell verstärkt, und die bittere Pille damit noch unangenehmer wird.

Überraschung im Schlaf

Bei vielen Katzen ist der Moment am besten für Manipulationen geeignet, wenn Sie aus einem Schläfchen erwachen und noch etwas dösen.
Führen Sie die Spritze seitlich zwischen die Hinteren Backenzähne ein, reden Sie besonnen und freundlich weiter und applizieren Sie die Lösung soweit hinten wie möglich. Bitte heben Sie den Kopf nicht an und lassen Sie die Katze bei einer größeren Menge Flüssigkeit abschlucken. Auch hier gilt:  Je gleichmütiger und beiläufiger Sie die Maßnahme durchführen, desto gelassener bleibt Ihre Katze.

Das trojanische Pferd

Eine weitere Möglichkeit ist das Verstecken in besonders beliebten Futter (Leberwurst und allerlei Pasten), sofern der Tierarzt der Verabreichung mit Futter zustimmt, denn manche Medikamente müssen unverdaut den Magen passieren. Leider finden viele Katzen schnell heraus, dass man etwas versteckt hat. Relativ unwiderstehlich hat sich folgender Trick erwiesen: Medikament zerdrücken mit einer kleinen Portion Butter vermischen, mit Hilfe von Alufolie zu einer kleinen Kugel formen und kurz im Kühlschrank wieder fest werden lassen.
Die Firma Greenies vertreibt „Pill Pockets“, runde kleine Leckerchen in denen man eine Tablette verstecken kann.

Aromatisieren

Manche Medikamente werden bereits aromatisiert hergestellt. Wenn es sich um einen gängigen Wirkstoff handelt und man eine Apotheke kennt, die noch selber Medikamente mischt und ansetzt, kann man zum einen bereits eine flüssige Lösung kaufen und sie gleichzeitig noch aromatisieren lassen. Auch hier ist das Vorgehen mit dem Arzt abzustimmen.

Applikatoren

Ein Tablettenapplikator kann hilfreich sein, wenn die Tabletten nicht aufgelöst werden dürfen und nicht mit Futter eingegeben werden können.

Hände waschen nicht vergessen

Bitte achten Sie darauf, sich nach allen Zerdrück-, Pulverisierungs- oder Verabreichungsaktionen die Hände zu waschen. Schließlich sollen die Wirkstoffe der Medikamente weder Ihnen, noch anderen Lebewesen versehentlich zusätzlich verabreicht werden!

Mehr Informationen (in Englisch) unter http://catinfo.org/?link=pillingcats