Alte Katze – Na und? Besonderheiten im Umgang mit alten Katzen

Für Fritz, Yucca, Peppino, Sabinchen, Karla, Chico, Kira und all die anderen

 
In letzter Zeit landen immer mehr gehandicapte und alte Tiere im Tierheim. Gerade für alte Katzen ist die Abgabe ins Tierheim eine traumatische Erfahrung. Viele von ihnen müssen diese einschneidende Veränderung mit dem Leben bezahlen, da sie sich an die neue Situation nicht mehr erfolgreich anpassen können. Sie finden sich in der ungewohnten Umgebung nicht mehr zurecht und sind heillos überfordert. Das ist der ideale Nährboden für stressbegünstigte Infektionserkrankungen und Depressionen. Manche setzen sich einfach in eine Ecke der Box und warten darauf, dass es zu Ende geht und ohne dass man eine organische Ursache ermitteln kann.

Altern ist auch für eine Katze verbunden mit zahllosen Maläsen und Veränderungen in ihren physiologischen Prozessen. Der Alterungsprozess verändert ihre Fähigkeiten, Bedürfnisse und Ansprüche und sie benötigen nun, mehr den je, einen einfühlsamen Menschen, der diese kleinen Veränderungen wahrnimmt und ihnen hilft den Alltag zu meistern.

Wenn man weiß, wie sehr Katzen auf Rituale und Gewohnheiten vertrauen, kann man sich vorstellen, wie verstörend es für das Tier in dieser Lebensphase sein muss, plötzlich in einer fremden Umgebung ohne die vertrauten Gerüche und Personen auf die gewohnten Rituale und Abläufe verzichten zu müssen.

Doch was passiert genau, wenn unsere Katze grau wird? Worauf müssen wir achten, wenn sie in die Jahre kommt?

Der Alterungsprozess bringt Veränderungen im zellulären und organischen Bereich mit sich, die mittelbar auf das Verhalten wirken sowie Veränderungen im Gehirn die unmittelbar zu einer Verhaltensänderung, meist im Sozialverhalten, führen.

Die alternde Katze empfindet eine zunehmende Überforderung. Die nachlassende Leistung der Sinnesorgane (Ohr/Auge/Tastsinn) und die zunehmenden Störungen beim Gedächtniszugriff sind die Hauptursachen für die zunehmende Desorientierung der Katze.

 

Die biologische Alterung

Die biologische Alterung läuft beiläufig während des Kopiervorgangs beim Prozess der Zellteilung und der Verdopplung des Erbgutes (Zellerneuerung) ab. Hier kommt es über kurz oder lang zu Kopierfehlern. Diese Fehler sind nicht automatisch von großer Bedeutung für den Organismus und können durch vielfältige Mechanismen ausgeglichen werden. Allerdings, wird dieser Fehler in Folge ebenfalls kopiert und so multipliziert sich der Fehler. Diese biologische Alterung kann man nicht verhindern, man kann aber durch gezieltes Training, wie beim Menschen auch, Vorbeugen und Gegensteuern. Clickertraining, Futtersuchspiele und Kopfbeschäftigungen aller Art „schmieren“ die vorhandenen und bilden neue synaptischen Verbindungen aus, die einer Desorientierung und dementen Entwicklungen entgegenstehen.

Neben diesem unvermeidbaren Prozess während der Zellteilung gibt es viele Umweltfaktoren, die den Alterungsprozess beschleunigen und Kopierfehler begünstigen. Hierbei handelt es sich um Umweltgifte (z. B. Nikotin[1]), hormonelle Veränderungen, Strahlen (Sonne/Licht), nicht zu bewältigenden Stress (Disstress/Dauerstress) und ein Übermaß oder ein Mangel an Umgebungsreizen. Hier hilft es Giftstoffe zu vermeiden, geeignete Managementmaßnahmen zur Stressbewältigung einzuführen und die Frustrationstolerant sanft zu steigern.

 

Degenerative Prozesse im Gehirn und am Skelettapparat

Altersbedingte Störungen im Gehirn sind hauptsächlich auf eine Beschädigung der Mitochondiren[2] zurückzuführen. Nervenzellen im Gehirn benötigen viel Energie, daher ist die Dichte der Mitochondiren im Gehirn besonders groß, so dass ihre Beschädigungen hier die größten Folgen haben. Ebenfalls sehr anfällig für diese degenerativen Prozesse ist die Muskulatur (Bindegewebstätigkeit), da auch hier zahlreiche Mitochondrien vorhanden sind.

Die alternde Katze wird zunächst ruhiger. Da sowohl ihr Ruhe- und Schlafbedürfnis, als auch ihre Kälteempfindlichkeit[3] steigt, kommt es der Katze entgegen, wenn man ihr nun vermehrt ruhige und warme Rückzugsorte einrichtet.

Unsere Katze bewegt sich nun nicht mehr so geschmeidig, weite und hohe Sprünge zu den ehemaligen Lieblingsplätzen werden vermieden. Darum erlauben einfache Aufstiegshilfen, wie ein Stuhl oder Hocker vor der Fensterbank, ein Tritt oder eine Haushaltsleiter vor dem Kratzbaum ihr auch weiter, die begehrten Aussichtsplätze zu nutzen, ihre Gewohnheiten aufrecht zu halten und ihr Revier zu kontrollieren.

Gegen alle Folgen der Gelenkerkrankungen und um der Degeneration der Muskulatur vorzubeugen, helfen Bewegung und eine vermehrte Aufnahme von Flüssigkeit. Für die Katze sind alle Arten von Angelspielen ein probates Mittel, um Hand- und Schultergelenke vor Arthrose zu schützen. Fummelspiele halten die Sehnen des Schlüsselbeins beweglich, dienen der Fußgymnastik und wirken aktiv auf den Mechanismus des Krallenausfahrens, da der Alterungsprozess bei der Katze auch dazu führt, dass die Krallen nicht mehr richtig eingezogen werden können.
Auch stellen sich Probleme bei der Körperpflege ein, weil die Katze zu steif geworden ist und vielleicht nicht mehr ohne Schmerzen an die hinteren Körperpartien kommt. Der Kratzbaum wird weniger frequentiert, darum braucht die ältere Katze manchmal Unterstützung bei der Krallenpflege.

Sinnesleistungen und Gedächtnis
Katzen haben prinzipiell dieselben Altersbeschwerden, wie wir Menschen: Neben den degenerativen Gelenkerkrankungen, die die Bewegungsfähigkeit einschränken und mit Schmerzen einhergehen, führen auch die verminderten Leistungen der Sinnesorgane und des Gedächtnisses bei der Katze zu einer zunehmenden Desorientierung und einer kognitiven Dysfunktion (Vergessen alltäglicher Dinge, wie z. B. Trinken).

Die Katze hört dreidimensional und kann somit zwei Schallquellen im Raum mit einander verrechnen und orten. Die Verhärtung der Gewebestruktur im Ohr führt dazu, dass tiefe Töne noch wahrgenommen werden, hohe Töne jedoch mit der Alterung zunehmend wegfallen. Damit schwindet die Möglichkeit der Ortung und der Individualerkennung. Zum einen kann die Katze nicht mehr einschätzen, ob eine Stimme bekannt ist oder nicht. Zum anderen führt die Einschränkung des räumlichen Ortungsvermögens zu einem konkreten Orientierungsverlust. Beides erhöht die Verunsicherung und bedeutet für die Katze Stress.

Auch der Tastsinn leidet im Alter. Die oberflächennahen Sinnesorgane verlieren an Sensibilität. Der Untergrund wird anders wahrgenommen, es entstehen vielleicht sogar Gleichgewichtsprobleme.

All dies macht die ältere Katze unflexibler, sie kann sich Veränderungen im Alltag nicht mehr in gewohnter Weise anpassen. Zur Verunsicherung gesellt sich schnell eine Überforderung. Die Konsequenz bedeutet innerer Rückzug und oft entsteht eine richtig gehende Depression.

Feline Besonderheiten

Zu diesen allgemeinen Alterungsvorgängen kommen noch zwei katzentypische Besonderheiten:

Im Gegensatz zu anderen Säugetieren gibt es für die alte Katze in der Katzengemeinschaft keine Rolle / Funktion, wie z. B: bei Wölfen als Babysitter. Der Einzelgänger Katze bietet dem Senior keine definierte Rolle im Sozialsystem und damit auch keinen Schutzraum oder einen Rollenwechsel, der ihm eine gewisse Ruhe zukommen lässt. Nach dem Ende der Fortpflanzungsfähigkeit, kann die Katze nichts mehr zur Erhöhung ihrer Gesamt-Fitness tun.

Daher gibt es bei der Katze auch keinen Selektionsdruck gegen Demenz im Alter, die bei Katzensenioren somit ein wesentlich häufigeres Problem ist, als z. B. bei Hunden.

Auch Organveränderungen bleiben oft unentdeckt, da Katzen gewohnheitsmäßig keine Krankheitsanzeichen geben (z. B: im Gegensatz zu Hunden). Somit sind Krankheiten wie Diabetes, Lebererkrankungen, Stoffwechselstörungen (bedingt durch Stress, Alter, Fütterung), Skeletterkrankungen oder Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oft erst in einem sehr späten Stadium zu diagnostizieren.

Darum sollten Veränderungen im Verhalten der alternden Katze genauestens auch auf organische Ursachen hin untersucht werden. Ein regelmäßiger Gesundheitscheck ist eine Lebensversicherung für einen Katzensenior.

 

Managementmaßnahmen gegen Verunsicherung und Depression – Die drei Glücklichmacher

Gegen die mit diesen Entwicklungen einhergehende Verunsicherung helfen der Katze, Hausstandregeln, Freundlichkeit, vermehrte Zuwendung, das Einhalten von Fütterungs-, Spiel- und Schmuseritualen und art- und altersgerechte Beschäftigung und die

„Drei Glücklichmacher: Dopamin, Oxitocin, Serotonin“

  1. Dopamin: Belohnung

Glückshormon, Dopamin ist der maßgebliche Botenstoff zur Beschaffung aller Arten von Glück. Erhalten wir oder die Katze unverhofft eine Belohnung, setzt das Gehirn Dopamin frei und wir oder die Katze beginnen sich wohl und glücklich zu fühlen. Diese Belohnungsgefühle steigern die Motivation und die Lernfähigkeit und stacheln uns oder die Katze an Handlungsstrategien zu entwickeln, die uns weitere Belohnungen in Aussicht stellen.
Ein erhöhter Dopaminspiegel führt zum Glücksempfinden, steigert die körperliche und geistige Aktivität und ist verbunden mit allem Angenehmen und Vergnüglichen.
Ein niedriger Dopaminspiegel führt zu schlechter Stimmung, Depression, Inaktivität, Müdigkeit, Antriebsloigkeit, Freud- und Lustlosigkeit. Dopaminmangel ist maßgeblich an der Entwicklung und dem Verlauf von Demenz beteiligt.
Dopaminmangel kann auch durch physiologischer Reizarmut und fehlenden Möglichkeiten artgerechter Beschäftigung und Entfaltung entstehen.
Die logische Konsequenz bedeutet, dass eine anregende Reizumgebung und stimulierende Entfaltungsmöglichkeiten den körpereigenen Dopaminspiegel erhöhen. So mit sind Beschäftigungen wie Clickertraining / Shaping und Exploration, die der Katze Erfolgserlebnisse und Möglichkeiten zur Problemlösungen bieten, selbstbelohnend und stimulieren die Dopaminausschüttung.
Auch Ginseng fördert die Dopaminproduktion. Die sorgfältig erforschten, guten Wirkungen der Ginsengwurzel auf die Lebens- und Immunaktivität beruhen nicht zuletzt auf der Kräftigung körpereigener Dopaminaktivität. (Animonda/Royal Canine /Shesir). Eine Studie mit Hunden wies nach, dass auch Ginko zu einer Dopaminerhöhung führt.

Der Dopaminspiegel sinkt bei Senioren  und führt zu Lethargie und Lustlosigkeit.

 

  1. Oxitocin: Beziehung/ Bindung

Leichte und tiefere, länger andauernde Berührungen führen zur Ausschüttung des Bindungshormons Oxytocin. Dieses Hormon hat enorme Auswirkungen auf den Organismus: Es führt zu allgemeiner Entspannung, der Blutdruck sowie der Cortisolspiegel (Stresshormon) sinken, die Schmerztoleranz wird größer, Angstgefühle werden geringer und es stimuliert die positive soziale Interaktion. Besonders beim Kontaktliegen wird dieses Hormon lang anhaltend ausgeschüttet. Es hat seinen Beinamen Bindungshormon[4] daher, dass durch dieses Hormon bei den Säugetieren die dieser Gruppe so eigene und besondere Mutter-Kind-Bindung überhaupt erst möglich wird. Körperkontakt, Wärme, füttern und gefüttert werden -all dies erhöht den Oxytocinspiegel im Blut. Allerdings nur, wenn dies mit vertrauten Gruppenmitgliedern geschieht. (Thunder shirt)

 

  1. Serotonin: Glück

Serotonin dämpft Angst, Stress und Aggressivität, es gibt uns das Gefühl der Zufriedenheit und der Ausgeglichenheit und ist ein Stimmungsaufheller. Serotonin beeinflusst unmittelbar oder mittelbar fast alle Gehirnfunktionen. Zu den wichtigsten Funktionen des Serotonins im Gehirn, das die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann und daher vor Ort gebildet werden muss, zählen die Steuerung oder Beeinflussung der Wahrnehmung, des Schlafs, der Temperaturregulation, der Sensorik, der Schmerzempfindung und -verarbeitung, des Appetits, des Sexualverhaltens und der Hormonsekretion.
Ein Mangel an Serotonin führt zu Schlaflosigkeit (senile Bettflucht)[5], Ruhelosigkeit, Aggressivität Angst und Depression.

Bierhefe kann den Serotoninspiegel ebenfalls anheben (Vitamin B6), genauso wie Lammfleisch (Tryptophan) die Serotoninproduktion steigert.
Im Alter wird Serotonin schneller abgebaut und es wird gleichzeitig weniger produziert.

Cortisol ist ein Stresshormon, dass in der Nebennirenrinde produziert wird und das im Alter ansteigt. Die Allgemeine Alarmbereitschaft (Arousal) ist erhöht und dies geht mit einem passiv erlebten Kontrollverlust einher. Cortisol wirkt mindernd auf den Dopamin und Serotoninspiegel. Andersherum senkt ein erhöhter Serotonin- und Dopaminspiegel den Cortisolspiegel

 

Das Leben mit einer alten Katze

Nach dem ich nun all diese Einschränkungen und Maläsen aufgezählt habe, frage ich mich, wie ich dem Leser nun den Zauber, den die Beziehung zu einer alternden Katze hat, verständlich machen soll. Sicherlich gibt es viele sachliche Vorteile die für eine reife Katze sprechen. Ihre Zerstörungskraft hat sich bereits verflüchtigt, ihre Experimentierfreude ist gering. Prinzipiell macht sie all das was eine junge Katze tut, nur nicht mehr so extrem. Sie jagt die Gardinen nicht mehr hoch, sondern studiert die Welt von der Fensterbank aus, die zerkratzt nicht vor Übermut und Schabernack die neue Couch, sie liegt statt dessen bei uns und schaut ihretwegen auch die Sportschau. Sicherlich, sie hat auch Marotten und wenn sie um 7.00 Uhr Futter will, dann wird sie das auch am Sonntag so bekommen, schließlich hat sie ja Übung im Umgang mit Menschen.

Aber all diese, nicht zu unterschätzenden Vorteile, die eine abgeklärte Katze mit sich bringt, können nicht das Wesen der Beziehung zwischen einem Katzensenioren und seinen Menschen beschreiben.

Ich denke an unseren wirklich alten Kater Fritz der mit 19 Jahren starb und nur die letzten zwei Jahre seines wechselhaften Lebens mit uns verbrachte. Wie dieser alte klapprige Herr am ersten Tag aus seiner Transportbox stieg und mit sicherem Blick den besten Platz im ganzen Haus für sich entdeckte. Wie wir teilhaben durften an seinem späten Glück, als er noch einmal aufblühte und Zutrauen fasste. Wie er vor uns stand und uns anschrie, wenn er nicht genug Aufmerksamkeit bekommen hatte. Wie es sich anfühlte, als er sich zum ersten Mal ganz selbstverständlich im Bett zwischen uns knautschte. Oder wie er mit seinem Alterscharme auch die anderen Katzen bezirzte und ihm keiner etwas übel nahm, auch wenn er sich herrisch und störrisch verhielt. Das alles ist bei uns noch so lebendig, obwohl er nur so kurz bei uns war. Er wird für uns immer der Ausnahmekater sein, wir haben viel von ihm gelernt und ihm viel Freue zu verdanken. Die Zeit mit Fritz war etwas ganz besonderes für uns.

Wenn wir also unserer Katze nun zugestehen, in unserer Mitte alt werden zu dürfen – oder uns darauf einlassen, eine ältere Katze in unser Haus zu holen – und ihr die nötigen Hilfestellungen geben, erwartet uns eine sehr enge und einmalige Beziehung, die all diejenigen, die so etwas schon einmal erleben durften, nicht vergessen werden.



[1] Man muss beim passiv rauchen der Katze bedenken, dass die Katze Ruhe-Atmung der Katze bereits doppelt so schnell, wie die menschliche und die Katze im Verhältnis alleine durch die Atmung doppelt soviel Nikotin aufnimmt wie der Mensch. Dazu kommt, dass die Katze auch bei der Körperpflege Nikotin aufnimmt, das sich in ihrem Fell abgesetzt hat.

[2] Im Zellkern ist die DNA von einer Proteinschutzhülle umschlossen und so gegen äußere Faktoren (z.B. Zellgifte) geschützt. Anders in den Mitochondrien. Hier liegt die DNA ungeschützt vor und ist somit angreifbar.

Mitochondrien fungieren unter anderem als „Energiekraftwerke“. Besonders viele Mitochondrien befinden sich in Zellen mit hohem Energieverbrauch; das sind unter anderem Muskelzellen, Nervenzellen, Sinneszellen und Eizellen. In Herzmuskelzellen erreicht der Volumenanteil von Mitochondrien 36 %.

[3] Da die Körpertemperatur durch die Muskelgrundspannung erzeugt wird, sinkt die Grundkörpertemperatur, wenn die Durchblutung der Muskulatur und die Muskulatur an sich weniger wird. Die Kälteempfindlichkeit alter Tiere steigt. Die Tiere benötigen leicht zu verbrennende Nahrung zumal die Stoffwechselrate im Alter ebenfalls sinkt.

[4] Bindungslose Bergwühlmaus. Der Biologe untersuchte zwei eng verwandte Arten von Wühlmäusen, die als Beispiel für den Einfluss des Hormons geradezu prädestiniert erscheinen. Die Präriewühlmaus (Microtus ochrogaster), geht eine feste lebenslange Partnerschaft ein, bei der das Paar den Nachwuchs gemeinsam aufzieht. Ihr Vetter aus dem Gebirge (Microtus montanus) ist hingegen ein ausgesprochener Einzelgänger. Die Bergwühlmaus wechselt ihre Sexualpartner scheinbar wahllos, kümmert sich kaum um den Nachwuchs und scheut den Kontakt zu Artgenossen.Diese Gegensätze führte Insel auf den unterschiedlichen Hormonhaushalt der Tiere zurück. Das Gehirn der Präriewühlmaus enthält weitaus mehr Oxytocin-Rezeptoren als das der Bergwühlmaus. Injizierte Insel einer weiblichen Präriewühlmaus Oxytocin ins Gehirn, so entwickelte das Tier eine Bindung an den gerade vorhandenen männlichen Artgenossen. Blockierte der Forscher dagegen die Wirkung des Hormons, verloren die Tiere ihre Partnertreue. (aus: http://www.sueddeutsche.de/wissen/wunderstoff-oxytocin-botenstoff-der-liebe-1.578415)

[5] Serotonin wird in Melatonin umgewandelt, das für einen tiefen und ausgeglichenen Nachtschlaf sorgt.