Spiel & Spannung

Spiel & Spannung

Die fehlende jagdliche Beschäftigung unserer Katze führt zu fehlenden Erfolgserlebnissen. Wir sind also gefragt unserer Katze kätzische Bestätigung zu verschaffen.

Interaktive Jagdspiele

Einen guten Katzenbespieler zeichnet es aus, dass er sich mit dem Beutespektrum der Katze und dem Jagdverhalten der Katze auseinander gesetzt hat. Die Beute der Katze hat gemeinsam, dass sie meist wesentlich kleiner ist als sie (Mäuse, Heuschrecken, Eidechsen, Fliegen, Frösche, Vögel), dass sie raschelnde, fiepsende, surrende, raschelnde Geräusche machen, dass sie ruckartige, schelle Bewegungsmuster haben und dass sie häufig in dunklen Nischen und Löchern oder der Luft entschwinden.  Um das Jagdfieber in ihrer Katze zu wecken, sollten sie möglichst viele dieser Eigenschaften mit Ihrem Spielobjekt imitieren können.

Die Katze kennt zwei verschieden Jagdstrategien: Findet sie ein Mauseloch oder eine Spalte in der sie Eidechsen oder andere Beutetiere vermutet, setzt sich und wartet bis zu 30 Minuten, ob sich eine Gelegenheit Beute zu machen ergibt. Die zweite Strategie ist die aktive Suche nach Beute auf ihren Streifzügen durch ihr Revier, wobei sie auf jedes Geräusch und jede Bewegung reagiert. Die Fangmethode ist schließlich wiederrum vom Beutetyp abhängig. Es gibt Spezialisten, die sich auf Fische oder fliegende Beute oder ab schlangenähnliches Getier spezialisiert haben. Welche Bewegung für Ihre Katze den ultimativen Trigger darstellt, müssen Sie ausprobieren. Bitte vergessen Sie nicht, dass die Jagd für die Katze nicht wie beim Hund ausschließlich in der Aufnahme der Fährte und der Hatz liegt. Die Katze beobachtet, taxiert und plant ihren nächsten Schritt hoch konzentriert. Sie lauert und wartet auf den richtigen Moment. All dies kann für Sie wenig nach Jagd aussehen, die Katze hingegen ist bereits hoch engagiert.

Futterspiele

Eine Freigängerin, die sich hauptsächlich selber versorgt,  verbringt etwa 10-12 Stunden am Tag mit der Jagd, dabei durchstreift sie ihr Revier und sucht aktiv nach Beute. Unseren Wohnungskatzen fehlt sowohl die geistige (Lauschen, Beobachten, Planen, Konzentrieren) wie die körperliche Beschäftigung (Schleichen,  Springen, Haschen etc.).

Dieses Defizit kann man versuchen mit Futterspielen und Futterverstecken zu kompensieren. Futterverstecke und unterschiedliche Futterplätze bringen Abwechslung und Unterhaltung in das Leben ihrer Katze, und beschäftigen sie, auch wenn sie nicht zu Hause sind. Futter suchen und finden ist ein positives Erlebnis und meinen Katzen schmeckt dieses Futter erheblich besser als die feste Ration zur festen Zeit am selben Ort.

Dazu eignen sich, nach der entsprechenden Einweisung der Katze, Butterbrottütchen, Pappschachteln gefüllt mit Papierschnipseln oder Stroh, mit Raschelpapier  verstopfte Klopapierrollen, Nischen, Teppichkanten, Fummelbretter (www.katzenfummelbrett.ch) oder Futterbälle. Ein Renner bei uns zu Hause ist „peek a price“.

Prinzipiell eignet sich alles das ein Loch hat, durch das eine Pfote hindurch passt, oder das von einer Pfote bewegt werden kann.

Allen Katzen gemein ist ein exzessiver Einsatz ihrer hochbeweglichen Pfoten. Beute wird befötelt  und angestubst, um deren Ungefährlichkeit zu testen, bevor man sich mit der empfindlichen Nase nähert.  Junge Katzen lernen schnell, dass man Unbelebtes durch einen kurzen Pfotenhieb in Bewegung setzen kann, damit es wieder spannend wird. Viele Katzen stecken Spielzeuge in kleine  Höhlen (z.B. Schuhe), um es immer wieder heraus zu angeln. Das Pföteln ist eine angeborene  Verhaltensweise mit ganz eigenem Antrieb, und man sollte auch der Wohnungskatze genügend Möglichkeiten anbieten, dieses Bedürfnis auszuleben. Das Fummeln und Pföteln hält darüber hinaus auch den Bewegungsapparat der Katze gesund und vermindert das Risiko von Gelenkserkrankungen.

Optimal ist es für die Katze, wenn der Tag nicht nur von vielen kleinen Mahlzeiten unterbrochen wird, sondern wenn diese Mahlzeiten gleichzeitig auch mit vielen kleinen Aufgaben verbunden sind. Jede Interaktion mit ihrem Menschen ist für die Katze eine Bereicherung und strukturiert ihren Alltag. Außerdem stärkt jedes Spiel und jede Aufgabe die Bindung zwischen Katze und Mensch. Hierfür eignen sich Trockenfutterjagden und Clickertraining oder der Laserpointer.

Der Laserpointer

Der Laserpointer ist ein Spielzeug für den faulen Menschen und er birgt die Gefahr, dass die jagdliche Motivation der Katze auf Grund fehlender Erfolgserlebnisse (Beutemachen)  in Frustration oder Aggression umschlägt. Daher beachten Sie bitte beim Gebrach des Laserpointers einige Grundregeln:

  • Der Laserpointer gehört nicht in die Hände von Kindern.
  • Den Laserpointer niemals auf die Katze richten, schon gar nicht auf die Augen.
  • Beim Spiel mit dem Laserpointer müssen für die Katze Erfolgserlebnisse eingebaut werden. Verstecken sie Leckerchen, die die Katze bei der Jagd nach dem Laserpointer entdecken kann.
  • Beenden Sie das Spiel mit einer „cooldown“ Phase, in dem Sie ihrer Katze die Chance geben ihre hochgefahrenen Jagdambitionen abzureagieren. Werfen Sie einen Fellpuschel, eine Spielmaus, so dass Ihre  Katze die Gelegenheit hat, ihre Pfoten zu gebrauchen und Beute zu machen.  Lassen Sie das Spiel langsam ausklingen, die Beute wird immer langsamer und macht immer mehr Pausen. Schmusen sie anschließend und beenden Sie die Spielzeit mit einem Leckerchen.

Der Clicker

Clickern ist Spaß, spielerisches Lernen und Bindungsarbeit. Clickern stellt ihrer Katze einen riesigen Haufen Erfolgserlebnisse zur Verfügung und fördert so das Selbstbewusstsein Ihrer Katze.  Für die Katze ist das regelmäßige Clickertraining ein Höhepunkt und gibt ihrem Tag mehr Struktur. Darüber hinaus verstärkt es durch die gemeinsame Aktivität die Bindung zwischen Mensch und Katze und macht den Menschen stolz, auf sich und die Leistung seiner Katze. Es geht nicht um Gehorsam oder das Erlernen sinnloser Befehle, sondern um Kommunikation, um ein besseres Verständnis Ihrer Katze und um Unterhaltung.  Vielleicht hilft es auch zu verstehen, wie einfach lernen ganz beiläufig im Alltag passiert.

Wer noch nichts vom Clickern gehört hat, dem empfehle ich einen Online Kurs zu besuchen http://www.spass-mit-hund.de/. Der Kurs orientiert sich zwar an Hunden, aber die Technik ist übertragbar auf Katzen. Die Methode beruht auf positiver Verstärkung.

Das Geräusch des Clickers wird als Erfolgserlebnis im Gehirn der Katze abgespeichert, in dem man „clickt“ und der Katze unmittelbar nach dem „click“ ein Lieblingsleckerli gibt. Das wiederholt man in zwei Sitzungen etwa 20-30 Mal.

Dann beginnt man mit der ersten Aufgabe. In der Regel konditioniert man am  Anfang Verhalten, dass die Katze selber anbietet.  Ein Beispiel:  Mein Kater weiß, dass ich etwas sehr Leckeres in meiner geschlossenen Hand halte, er stößt mit der Schnauze, haut mit der Pfote, maunzt, wird ungeduldig mit mir und dann setzt er sich etwas ratlos hin. Ich „clicke“ und er bekommt unverzüglich das begehrte Leckerli. Nun ist er wieder aufgeregt und arbeitet an meiner Hand und zerrt und schnurzelt, dann setzt er sich wieder entnervt hin, „click“ und ein Leckerbissen fliegt. Je nach Veranlagung reichen wenige solcher zufälligen Ereignisse, damit sich die Katze setzt, um das Leckerchen zu bekommen. In der Folge kann man das gewünschte Verhalten benennen und nach einigen Wiederholungen mit dem Wort abrufen. (Weiterführende Literatur: „Trickschule für Katzen: Spaß mit Clicker und Köpfchen“ von Christine Hausschild)

Beliebtes Katzenspielzeug: 

Korken, Plastikverschlüsse, Federangeln, CatDancer®, Baldrianmäuse, Nüsse, Kartons, Papiertüten ohne Henkel, Tischtennisbälle, Schnüre, Kabelbinderalte Socken gefüllt mit Heu oder Stroh vermischt mit Katzenminze oder Baldiran, Styroporbälle,