Zwischenbilanz

Am 28. August, vor 10 Monaten, habe ich mit meiner Arbeit im Tierheim begonnen.
Anfänglich kam ich nur zweimal die Woche, nun besuche ich meine Patienten fünfmal die Woche.
Ich war an ca. 170 Tagen für ca. 3 Stunden dort. Alles in allem also etwa 510 Stunden.
Ich habe 56 Federangeln, 17 Gerten, 46 Federpuschel, 53 Packungen Knuspertaschen und 340 Hühnerbrüste während meiner Therapiesitzungen verbraucht.
Ich habe Kratzbäume. Kartons, Raschelmäuse, Kuschelhöhlen und Baldriankissen angeschleppt, Diät-Futter gekocht, Notfälle zum Tierarzt gefahren und abgeholt.
Ich habe stundenlang vor abgehängten Verstecken gesessen, ohne eine Katze zu sehen.
Ich wurde angefaucht, angeknurrt, attackiert, belagert, besessen, gemieden, gebissen und gekratzt.
Ich habe geredet, geflüstert, geschmeichelt, beschworen und sogar gesungen.
Ich lag auf dem Boden, verrenkte mich um einen Blick zu erhaschen, ein Stückchen Huhn zu platzieren.
Ich bin halb unter Betten und Heizungen gekrochen und habe mich in die unbequemsten Ecken gequetscht, nur um irgendwie Kontakt aufzunehmen.
Ich habe Katzen desensibilisiert, Verhalten modfiziert, gegenkonditioniert, beobachtet, analysiert, gewartet und gewartet, gespielt und gespielt und nochmals gespielt. Ich habe jeden ersten Blickkontakt, jede erste Interaktion, einfach jedes erste Mal im Leben der Katzen und in meinem genossen und wie einen Sieg gefeiert.

Merle, Merit, Josh, Felix, Cameo, Nina, Jeany, Samson, Delilah, Murmel, Tom, Jerry, Kusma, Mia, Floh, Paul, Maya, Cid, Pid, Keks, Tilly, Karlie, Silla, Jane, Vincent, Larry, Maurice, Cora, Max und Sabrina habe ich geholfen Menschen zu akzeptieren und nicht mehr zu fürchten.

Emilia, Yucca, Milo, McGiver haben leider keine Chance bekommen und sind währen dieser Zeit gestorben.

Nebenher habe ich mich um Olli, Anna, Luna, Chico, Kira, Peppito, Egon, Anton, Lina, Tiger, Fritzi, Mara, Mira, Tara, Knubbel, Zara, Matti, Massima, Milly, und Luna, gekümmert und mit ihnen Freundschaft geschlossen.

Minka, Tamtam, Filou, Herta, Dominique, Bagihra, Molly, Mathilda, Pirella warten noch auf einen passenden Menschen und gehen weiter bei mir zur „Schule“.

Ohne die Unterstützung und das Vertrauen der Mitarbeiter und der anderen Ehrenamtlichen des Tierheims Rüsselsheim wäre meine Arbeit nicht möglich gewesen. Ich bin dem Team sehr dankbar, dass ich die Chance bekommen habe, so viel zu lernen und bin stolz auf unsere gemeinsamen Erfolge. Es bleibt noch viel zu tun!