Problematische Sozialisierung

Leider ist in der vergangenen Woche eines der Katzenkinder gestorben. Die Obduktion hat keine Anhaltspunkte gegeben. Die vier verbleibenden Katzenkinder sind noch nicht aufgetaut. Im Gegensatz zum Zimmer 3 kann ich sie nicht anfassen, sie flüchten immer, ihre Angst ist zu groß.
Wenn ich die Tür aufmache, rennt eines der kleinen regelmäßig sofort raus in Sicherheit zu seiner Mama. Ich setze mich also vor den abgehängten Tisch und rede eine Weile auf das Laken ein, hinter dem sie sich drei restlichen verstecken. Dann hebe ich vorsichtig eine Ecke des Lakens an und schlage es zurück, sofort fauchen mich alle drei mit zurück gelegten Ohren wütend an. Ich werfe Ihnen kleine Stückchen Huhn zu und kann zwei damit beschwichtigen. Eines wartet nur auf eine günstige Gelegenheit ebenfalls nach draußen zu entfliehen. Nach 15 Minuten entspannen die beiden verbliebenen Zusehens, ich zeige ihnen nun Spielsachen und füttere sie mit Huhn. Das Huhn werfe ich zunächst nach Möglichkeit immer direkt vor die Füße der Kitten. Ich bin im Hühnchen-Zielwerfen in den letzten Monaten tatsächlich zu einer gewissen Meisterschaft gelangt. Wenn sie sich entspannen, werfe ich immer kürzer und locke sie damit in meine Richtung. Sie krabbeln dem Huhn folgend ungeniert in meine Richtung. Immer wenn sie etwas näher gekommen sind, mustern sie mich und fauchen mich obligatorisch an, damit ich auch nicht vergesse, dass wir noch keine Freunde sind. Aber sie fressen in meiner Gegenwart und sie untersuchen die Spielsachen, die ich ihnen mitbringe. Die Grenze, die von ihnen nicht überschritten wird, ist der Schutz des Tisches. Aber auch hier bin ich zuversichtlich.