Fünf schwarze fauchende Katzenkinder

Die kleinen schwarzen Katzenkinder sind die am wenigsten sozialisierten. Man merkt deutlich, dass sie Menschen zunächst einmal als gefährlich einstufen.

Bei meinem ersten Besuch setzte ich mich auf den Boden Visasvis des Tisches und streckte meine Beine aus. Noch wusste ich nicht, ob sich überhaupt ein Katzenkind hinter dem Vorhang unter dem Tisch versteckte. Ich sprach leise und freundlich auf den abgehängten Tisch ein. Nach zehn Minuten lupfte ich vorsichtig mit der Gerte den Vorhang.

Das war für ein Junges Zuviel. Es stürzte sich durch den Vorhang todesmutig auf meine Schuhe, schlug fauchend einen Haken und raste durch die offene Luke ins Freigehege. Ich unterdrückte ein Lachen und sprach weiter freundlich auf das verbliebene Knäul Katzenkinder unter dem Tisch ein. Immerhin lagen noch drei der fünf dort und fauchten mich wütend an. ich warf ihnen etwas Hühnchenfleisch zu und wartete ruhig ab.

Nach zwei Minuten beschnupperten sie das Fleisch und begannen die Leckerbissen zu essen. Ein sehr gutes Zeichen, auch wenn sie ihr Kauen zum Fauchen unterbrachen. Ich warf auch einige Bröckchen durch die Luke ins Freigehege. Es dauerte nicht lang und schon tauchte ein weiteres Junges auf, blinzelte in die Box, fauchte obligatorisch bei meinem Anblick und schnappte sich ein Bröckchen Hühnerfleisch.

An diesem Tag zeigte ich ihnen noch das Spielzeug, die Gerte, den Federpuschel und die Federangel. Ich legte sie vor den Tisch auf den Boden und sie sahen mir interessiert zu, aber die Situation war noch zu ungewohnt und so schloss ich ihren Vorhang nach 20 Minuten langsam wieder und verzog mich. Ich streute noch etwas Hühnchen auf den Boden vor dem Tisch und verließ die Box. Als ich nach 5 Minuten wieder an der box vorbei kam, kauten vier kleine schwarze Knäule auf Hühnerhäppchen rum. Als mich eines durch das Türfenster entdeckte, ließ es das Huhn fallen und fauchte mich wütend an. Von der Mutter heute keine Spur.