Frieda, Oliver und Louise ziehen zu Stubs (Barney), Pingo (Ludwig) und Pheobe.

Tony wurde bereits Ende letzten Jahres einem kleinen rauflustigen Katerchen beigeordnet und so blieben und Pingo und Stubs mit ihrer Mutter Pheobe übrig. Die drei zogen Mitte Februar ins Katzenhaus Zimmer 15 um. Pheobe behielt ihren Namen und aus Stubs wurde Barney und aus Pingo wurde Ludwig. Der Umzug warf vor allem die beiden Katerchen sehr zurück, hatten sie mich im Pensionshaus schon lautstark an der Tür begrüßt, saßen sie jetzt wieder zitternd hinter einem Sofa unter der Heizung. Pheobe hingegen saß in einer neuen Zuflucht, einer engen Schublade und nahm wie gewohnt ihr Hühnerfleisch ohne große Aufregung entgegen. Alle anderen Annährungen (Spielzeug/Hände…) werden jedoch mit Fauchen und Schlagen quittiert.

Ein kleines wildes rotes Katerchen spielte mir jedoch in die Karten. Seine wilden Jagden nach der Federangel lockten Barney und Ludwig schnell wieder unter dem Sofa und der Heizung hervor. Als die beiden aufzutauen begannen zogen noch Oliver & Louis aus dem Pensionshaus 6 und Frieda, die Mutter von Paulo, Carlos, und Fee, aus dem Hundepensionshaus 2, die alle noch im Januar und Februar ein neues Zuhause gefunden hatten, ein.

Die vier Katerchen saßen nun immer mit Frida unter dem Sofa und scharten sich regelrecht um die ruhige und besonnene Katzendame, die sich nicht ganz so zurückzog wie Pheobe.

Nun schauten sich Louis und Oliver von Barney und Ludwig ab, wie weit man den Menschen vertrauen konnte. Innerhalb weniger Tage saßen sie zu viert in Armlänge von mir entfernt und nahmen Hühnerfleisch aus den Fingern. Ludwig konnte ich zwischenzeitlich wieder streicheln, während Barney noch etwas skeptisch war und anfassen irgendwie ekelig fand. Barney hatte schon im Pensionshaus immer die Eigenart gezeigt, alles wegzutragen, was er erbeutete hatte. So lynchte er in Windeseile eine Federangel nach der anderen, also suchte ich nach etwas stabileren und fand „crunchy feahters“. Ich dachte eigentlich, dass die vier vor dem dicken Balg aus Federn und knisterndem Papier Angst hätten, aber diese Angel war der Renner. Barney schleppte Sie knurrend unter das Sofa und bewachte sie streng. Er zerrte wie ein Bullterrier an dem Balg, wenn ich die Angel festhielt. Die anderen Drei kamen am Anfang gar nicht zum Zuge, so vernarrt war Barney in dieses Ding.

Ich war richtig glücklich mit der Entwicklung der vier Katerchen, die Stimmung in dem Zimmer war immer gut und ausgelassen und nun saßen immer vier kleine Kerle vor der Tür, wenn sie mich im Treppenhaus hörten. Doch an einem Dienstag Mitte April, ich war seit Samstag zum ersten Mal wieder bei den vier kleinen Katern, fiel mir auf, dass Louis Bauch sehr dick und aufgequollen war. Mein Verdacht bestätigte sich und schon am nächsten Tag musste Louis eingeschläfert werden, er hatte einen FiP-Ausbruch.

Oliver zog sich nun zurück, spielte nicht mehr mit und aß kein Huhn. Ich hatte Sorge, dass er auch erkranken würde und beobachtete ihn genau, aber er zeigte keine Krankheitssymptome, er schien zu trauern. Der Stress und vielleicht auch eine Balgerei bescherte ihm jedoch 10 Tage nach Louis Tod eine unangenehme Augenentzündung. Er musste stationäre beim Tierarzt aufgenommen werden, weil er noch so scheu war, dass er sich nicht behandeln lässt. Auch auf Barney und Ludwig schienen die Ereignisse zu wirken. Als nun auch noch Oliver verschwand, wurden auch diese beiden wieder vorsichtiger und nervöser. Anstatt sich in meine Nähe zu setzen und wie gewohnt, dass Hühnchenfleisch aus meinen Fingern zu nehmen, hielten sie einen Sicherheitsabstand ein und rasten auf die Häppchen, die ich ihnen zuwarf, zu und trugen sie hastig in Sicherheit. Allein Frieda und Pheobe schienen unbeeindruckt von den Vorgängen in ihrem Zimmer.

Gestern allerdings ereignete sich etwas, dass mir bislang noch nie passiert war. Frieda, die Mutter von den vier schwarzen Welpen aus dem Hundepensionshaus 3 (Paulo, Carlos, und Fee), die für eine verwilderte Hauskatze gehalten wird, hatte in den letzten Wochen zwar keine Angst vor mir gezeigt, aber sie blieb auf Abstand und kam auf maximal 3 Meter an mich heran. Sie fing Hühnchen aus der Luft und beobachtete die Kater beim spielen. gelegentlich, wenn der Federwedel bei ihr vorbei getragen wurde, schnuppere sie an ihm und tatzte auch einmal nach der Gerte, wenn sie in Reichweite war. Auch gestern saß sie mir gegenüber auf der anderen Zimmerseite und schaute uns zu. Dann stand sie auf einmal auf und ging gerade auf mich zu setzte sich vor meine Füße und beroch ausführlich meine Schuhe und dann lief sie im Abstand von 30 -40 cm an mir vorbei und setzte sich unter einen Stuhl in meiner unmittelbaren Nähe. Mich verblüffte nicht nur, dass sie so unvermittelt ihren Sicherheitsabstand aufgab, denn sonst kämpfe ich ja um jeden Zentimeter, sondern auch die Selbstverständlichkeit, als hätte sie das jetzt beschlossen.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickelt und hoffe ganz doll, dass es keine weiteren Krankheitsfälle mehr in diesem Zimmer gibt.