Lilly lernt Vertrauen

In der ersten August Woche Begann mein Engagement im Hundepensionshaus 3.

Dort wurden fünf Welpen (zwei Grautiger mit Weiß, ein schwarzweißer Welpe, ein Grautigermit Weiß mit langem Haar und ein unsichtbares Kätzchen alle ca. 12 Wochen) untergebracht.

Ich begann im Freigehege mit dem Menschentraining.

Die Räumlichkeiten des Hundepensionshauses machen es sehr schwer Kontakt auf zu nehmen, da eine gemauerte Nische vor den Schiebern angebracht wurde, in die man nur von oben reinschauen kann, wenn man ein Brett anhebt. Eine Interaktion  mit scheuen Katzen ist so gut wie unmöglich, da sie sich zunächst in die Nische flüchten und dann nach draußen. Den Schieber zu schließen und sie im Innenraum mit mir einzusperren, stellt nach meiner Ansicht einen zu großen aversiven Reiz dar. Zumal ich von oben mit ihnen interagieren müsste, über die gemauerte Einfriedung hinweg, was logischerweise noch bedrohlicher für die jungen Katzen ist.

Also habe ich mich dazu entschlossen im Außengehege mit ihnen zu arbeiten.

In das Außengehege selber konnte ich zunächst auch nicht, da sie sich sofort nach drinnen zurückzogen. Also setzte ich mich vor das Gehege und lockte sie mit Huhn.

Zunächst kam nur ein Kätzchen heraus, das ich Lilly nannte. Sie näherte sich immer Deckung suchend nur langsam und rannte immer wieder schnell zurück in den Innenbereich. Aber das Huhn stellte eine zu große Verführung dar.

Nach zwei Sitzungen zeigte sich eine kleine Schwester, auch eine kleine Grautigerin mit Weiß, allerdings viel kleiner und magerer. Sie war weniger scheu kam am ersten Tag bis an die Gittertür und roch an meinem Finger. Ich nannte sie Laura.

Nun kamen beide regelmäßig raus und in der Klappe zeigte sich auch ein schwarzweißes Katerchen. Er schlich langsam von Deckung zu Deckung und beobachtete uns beim Hühnchenzielwerfen. Er bekam kaum etwas ab, da die beiden Schwestern viel kecker und mobiler waren und mittlerweile das ganze Gehege ungeniert durchstreiften um Hühnchenstücke aufzustöbern.

Am vergangenen Samstag kam Laura wieder an die Gittertür, wie immer streckte ich meinen Zeigefinger zu ihr hindurch. Laura schnupperte, schien zu bemerken, dass das auch nach Hähnchen roch und biss herzhaft hinein. Ich musste trotz einem schmerzenden Zeigefinger lachen und beschloss, dass nun Zeit für den nächsten Schritt war.