Murmel taut auf

In den vergangenen drei Wochen ist viel passiert, zunächst fand Pauly der, wunderschöne und sanfte Norweger, ein neues Zuhause. Für Pauly kam Milly eine große und katerhafte Grautigerin ins Zimmer, Milly ist sehr aktiv, an allem interessiert und freundlich. Tiger hat ihr von Anfang an alle Grobheiten verziehen und nur irritiert geschaut, wenn sie ihm eine gelangt hat. Nach einigen Tagen waren die beiden sehr vertraut  miteinander. Dann konnte auch der der liebe alte Tiger ausziehen. Nun ist Murmel mit Milly alleine.

Murmel begrüßte mich die erste Woche mit wütenden Angriffen und es war äußerst schwierig ihm die Bachblüten vermischt mit Multivitaminpaste in die Höhle vor die Nase zu stellen. Aber er beruhigte sich langsam und er wurde milder in seiner Reaktion. Er zeigte auch langsam Interesse an seiner Umgebung und beobachtete mich, auch wenn er kritisch guckte, war das ein Fortschritt.

Nach etwa 10 Tagen kam Murmel zum ersten Mal aus seiner Trutzburg raus. Ich hatte mich vor seinem Kratzbaum auf dem Boden postiert und übte mich im Knuspertaschen Zielwerfen auf Murmels Höhleneingang. Milly bespielte ich mit einer Federangel, die ich hin und wieder vor Murmels Nase vorbeischweben lies, Tiger wurde mit Hühnchen gefüttert und am Bauch gekrault. Und siehe da Murmel wollte es genauer wissen. Er sprang aus seiner Höhle und versteckte sich hinter mir unter einem Bett. Tiger und Milly blieben unbeteiligt, sie schienen ihn schon bestens zu kennen. Ich warf eine Knuspertasche unter das Bett und hörte es kraschpeln. Dann legte ich eine Knuspertasche so unter das Bett, dass ich sie noch sehen konnte. Es dauerte etwas, aber dann kam eine kleine weiße Schnauze zum Vorschein und knusperte vorsichtig an dem Leckerchen herum, ich schnickte eine weitere etwas verkürzt in seine Richtung und er machte den ersten Schritt unter dem Bett hervor. Ich strapazierte mein Glück noch ein wenig, man ist ja selten mit dem zufrieden, was man hat und streckte den Finger aus. Erst zog er den Kopf etwas zurück, also ließ ich meinen Finger, wo er war. Doch dann fing er an in meine Richtung zu schnuppern und streckte den Kopf etwas vor und tatsächlich roch er an meinem Finger. Für uns eine Durchbruch. Ein Geräusch auf der Treppe beendete seinen Ausflug auf den Boden.

In den nächsten Tagen kam er, wie selbstverständlich, immer aus seinem Häuschen wenn ich ihm seine Bachblüten brachte, nahm Knuspertaschen aus der Hand und spielte etwas mit dem Federwedel.

Seit fünf Tagen, er ist ja nun mit Milly alleine, sieht man ihn selbstverständlich offen durchs Zimmer laufen und an der Tür auf die Fütterung warten. Er setzt sich zu mir, wenn ich komme, spielt etwas und gibt mir zur Begrüßung eine Nase. Er lässt sich am Köpfchen etwas streicheln, aber er ist noch skeptisch. Milly liebt er mittlerweile sehr, sie geben sich Köpfchen und spielen gemeinsam.

Am letzten Sonntag hatten wir versucht eine dritte Katze zu den beiden ins Zimmer zu setzten. Doch Murmel hat uns regelrecht wieder raus gejagt mit dieser fremden Katze im Gepäck, das kam nicht in Frage.