Sillas Rückkehr

Sillas Rückkehr
Im vergangenen Monat hatte ich mich gefreut, weil alle Drei aus Zimmer 12 ein Neues Zuhause gefunden hatten. Doch Silla verkraftet den Stress, den ein Umzug und die Eingewöhnung in ein neues Zuhause mit neuen Menschen automatisch mit sich bringen, schlechter als die beiden anderen. Sie bekam eine Blasenentzündung und litt unter Schmerzen. Die neuen Besitzer waren mit der Aufgabe einer noch nicht eingewöhnten Katze Medikamente zu verabreichen überfordert und Silla wurde auf die Krankenstation im Tierheim aufgenommen. Die Besitzer entschieden sich, Silla nicht wieder auf zu nehmen. Sie hat nun auch noch, mit Keks und Ihrem Bruder Karlie, die beiden Fixpunkte verloren, die ihr Sicherheit gegeben hatten.

Die neuen Halter begründeten ihre Entscheidung Silla nicht zurück zu nehmen, damit, dass Keks Silla unterdrücken würd und Silla dies nicht zu zumuten sein. Sie bewerteten Keks Explorationsverhalten und die in Besitznahme ihres neuen Revieres moralisch und sahen darin den Versuch Karlie und Silla zu drangsalieren.

Da mich die neuen Menschen sehr detailliert unterrichteten, konnte ich den Verlauf der ersten zwei Wochen sehr gut einschätzen und die Eingewöhung verlief, bis auf Sillas Erkrankung, sehr vielversprechend.
Keks war nicht aggressiv oder bedrohte die beiden gar, sondern sie klärte sehr dezidiert und moderat auf kätzisch, dass auch zukünftig in dieser neuen Umgebung alles auf ihr Kommando hören sollte.
Keks locke beide immer wieder aus ihren Verstecken hervor und zeigte beiden, dass die Situation eigentlich ungefährlich war. Beide, Karlie und Silla, orientierten sich an Keks, sie spielten gemeinsam und zeigten neben Nasenbegrüßungen und Kontaktliegen, wie üblich fast ausschließlich positive, distanzverringernde Verhaltensweisen unter einander. Aber Keks zeigte selbstverständlich auch Grenzen auf. Auch das ist, wenn man es nicht unzulässig anthropomorphisiert, die Aufgabe von Erziehung und Schutz in einer neuen Umgebung. Karlie und Silla sollten sich langsam und Stückchenweise ihr neues Territorium erobern.
Ein Besipiel stellt die Zuteilung von erhöhten Liegeplätzen dar. Keks eroberte sich bereits in den ersten Tagen einige Lieblingsplätze. Als sich Karlie nach zwei drei Tagen unter dem Sofa hervor traute und einen dieser Lieblingsplätze besetzten wollte, wurde er von Keks weggeschickt, dass passierte noch einige Male, bis Karlie begriffen hatte, dass Keks ein Vorrecht auf diese Plätze hatte. Ab diesem Zeitpunkt akzeptierte Keks Karlie auf diesen Plätzen und lag auch gemeinsam mit Karlie dort. Dasselbe machte Keks einige Zeit später auch mit Silla. Alle Zurechtweisungen erfolgten mit der Pfote und ohne Bedrohung, kein Verfolgen oder fliegende Haare.
Keks und Karlie suchten Silla aktiv einen Tag. Dann hatten Sie verstanden, dass sie nicht mehr da war. Ihr Geruch wurde schwächer, sie war weg. Die Halter fanden Karlie nun oft in der KatzenToilette liegend und interpretierten auch dies als Besitzergreifung und nicht als manifeste Trauer und Unwohlsein.
Ich werde weiter von Sillas Schicksal berichten.

 

Nachtrag

Am 16.02.12 fand Silla als Zweitkatze ein neues Zuhause. Sie läßt sich bereist streicheln und hat einen guten Kontakt zu ihrer Mitkatze entwickelt. Ich freue mich ganz besonders für diese senisble Katze.