Isis und Duchess – Eine Erfolgsstory

 

Im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten hatte sich für Jane und Tilly ein Zuhause gefunden. Ich habe die neue Halterin am Anfang mit einigen Tipps versorgt und durfte die Entwicklung von Jane & Tilly, die nun Isis & Duchess hießen, in den vergangenen Monaten begleiten.

Nachdem man Duchess im Tierheim fast ein ganzes Jahr nicht zu Gesicht bekam, gibt es nun, Dank der unermüdlichen Geduld ihrer neuen Halterin tatsächlich Fotos von ihr und ihrer Tochter Isis.

 

Die beiden sind kleine neugierige Wesen, die ihr neues Zuhause nun vollständig erobert haben und sich ihrem Menschen immer näher anschließen. Der folgende Bericht fasst die vergangenen Monate noch einmal zusammen:

 

Der Weg zur Katze….

führte mich im vergangenen Jahr ins Rüsselsheimer Tierheim.

Klar war, dass ich keine Babykatzen wollte, sondern einer älteren Katze. Diese sollte eine Chance auf ein neues Zuhause haben. Auf der Internetseite hatten es mir vor allem die scheueren Tiere angetan

Super dachte ich mit 30 Jahren Katzenerfahrung sollte es mir doch gelingen zwei verängstigte Miezen in verwöhnte Schmusekatzen zu verwandeln.

Am Ende verzauberten mich zwei Damen. Jane und Tilly.

Ich gab den beiden neue Namen, damit sie nichts mehr an früher erinnern sollte. Ab sofort hieß Tilly Isis und Jane Duchess.

Wie man mir im Tierheim bereits offen erzählte waren die beiden schwer verstört. Beide lebten bereits ein knappes Jahr im Tierheim und hielten sich ausschließlich unter abgehängten Kratzbäumen und Stühlen auf. Für beide gab es keinen Grund sich weiter mit Menschen zu beschäftigen.

Das hieß für mich GEDULD, GEDULD, GEDULD.

Der beste Tipp den ich bekam war: „Führe ein Tagebuch!“

Das habe ich die ersten Monate auch getan und so war es mir möglich, all die kleinen Fortschritte zu sehen, die wir erzielten. Ich sage WIR, den die Katzen bestimmten das Tempo, die Art, den Weg.

Eins sollte jedem klar sein, der sich für eine Katze entscheidet, die mit den Menschen abgeschlossen hat, Liebe alleine lockt sie nicht hinter dem Sofa hervor. Liebe und gutes Futter überzeugt sie nicht das Menschen sich als Personal eignen. Es braucht VIIIIEEEELLLL Geduld, Leckerlies und den Mut über sich selbst lächeln zu können.

Ich selbst saß zwei Monate mit einer Federangel bewaffnet auf meinem Teppich und spielte mit mir selbst.

Ich habe drei Monate Leckerlies in der Wohnung verteilt, ohne auch nur einmal zu sehen, wer sie fraß.

Ich lag Nachts wach und lauschte den Geistern die durch meine Wohnung wandelten.

Die erste zarte Katzenstimme, die ich hörte, war für mich wie ein kleiner Engelschor.

Aber die Mühe lohnte sich, denn nie habe ich Katzen intensiver erlebt.

Nie habe ich die kleinen Dinge so bewusst wahrgenommen, wie in dieser Zeit. Erste Schritte in der Nacht, dann am Tag.

Die Freude, wenn sie ein neues Stück Wohnung eroberte und ich Katzenhaare fand und die Leckerlies am Morgen verschwunden waren. Alles Indizien für ihre langsame Inbesitznahme ihres neuen Zuhauses.

All die ersten Male werde ich nicht vergessen: der erste Morgen als ich die Augen aufschlug und in Isis große Augen schaute, die sich zum ersten Mal den Menschen genauer angeschaute hatte.

Das erste Mal, als mir die Federangel aus der Hand gezogen wurde und jemand am anderen Ende anfing mitzuspielen.

Der Augenblick als meine Mitbewohner merkten, dass sie keine Angst vor mir haben mussten.

Zusammen spielen wir jetzt jeden Abend. Wir beobachten und lernen von einander und jeder neue Schritt, den die Katzen auf mich zugehen ist ein unglaubliches Geschenk.

Ich kann sie mittlerweile streicheln, aber nur wen sie es gestatten. Meine Aufgabe ist Ihnen immer wieder zu zeigen, dass sie das Tempo vorgeben und den Weg bestimmen.

Ich spreche allen Mut zu sich ein Tier anzuschaffen, das nicht so ist wie alle anderen. Nur bitte schätzen sie vorher klar ein, was sie zu geben bereit sind und nicht was sie bereit sind zu nehmen.