Tschüss Paul!

Sabrina und Aisha hatten ein neues Zuhause gefunden und Paul machte immer größere Fortschritte. Wenn er mich auf dem Flur hörte, kam er unter seinem Bett hervor und wartete aufgeregt vor der Tür. Zur Begrüßung strich er aufgeregt an mir vorbei und gab mir Köpfchen.

Paul bewegt sich insgesamt mehr, seine Bewegungsmuster schwanken wie seine Stimmung. Fühlt er sich von seiner eigenen Courage überrascht, wird er rund und kompakt, der Schwanz schlägt aufgeregt und die Schritte werden kleiner. Hört er mich vor der Tür und überkommt ihn Vorfreude, wird seine Lokomotion freier, er läuft fast entspannt mit erhobenen Schwanz und gespitzten Ohren. Viel an seinem ambivalenten Verhalten erinnert an Felix.

Wenn ich mich zu ihm setzte, knabberte er beim Vorbeistreichen immer an meinen Fingern, und erwischt mich manchmal ganz gut, so dass ich dazu überging, ihn nur mit der geschlossenen Hand zu streicheln oder ihm zum knabbern Stängelchen hinhielt. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass ihm der Unterschied zwischen Finger und Stängelchen nicht ganz klar war.

Ich versuchte seine Aufregung zu mindern, in dem ich mich ruhig hinsetzte und mit ihm sprach, bis er sich auch setzte. Dennoch schlug seine Stimmung oft um, seine Verunsicherung und Aufregung war einfach noch zu groß. Wenn er mich erwischt hatte, rannte er sofort unter das Bett und war nur schwer wieder hervor zu locken.

Allmählich wurde er auch anderen gegenüber etwas zutraulicher und rannte nicht sofort unter das Bett. Diese Veränderung hat ihm nun in der vergangenen Woche ein neues Zuhause verschafft. Eine sehr katzenerfahrene Familie hat Paul entdeckt und war sofort von dem kleinen Kerl angetan. Seine derzeitige Gemütslage schreckte sie nicht, sie wollten ganz bewusst, eine Katze wie Paul, die eine Chance braucht. Über solche Besucher freue ich mich natürlich besonders. Ich hoffe, dass in seinem neuen Zuhause alles reibungslos klappt, denn er wird mit zwei weiteren Katern zusammen leben, die auch alle nicht das einfachste Schicksal hatten. Tschüß Paul!