Lia und Ayla sagen Tschüß

Ich habe gleich zwei gute Nachrichten.

Nachdem Lia wieder nicht aß und sich immer mehr zurückzog, wurde sie schweren Herzens alleine in eine kleine Box vom Fundhaus gesetzt. Hier ging es ihr jeden Tag besser und sie fraß wieder normal. Dann kam am Wochenende eine nette ältere Dame und schloss sofort Freundschaft mit Lia. Ich hoffe, bei dieser Dame hat Lia mehr Glück und kann dort nun endlich für immer bleiben.

Auch Ayla ging es nicht gut. Drei Umzüge innerhalb weniger Wochen, die fremden Katzen im Tierheim belasteten sie stark. Sie fraß nicht und dehydrierte. Nach dem auch Ayla körperlich stark abbaute, wurde sie auf eine private Pflegestelle verfrachtet. Auf der Pflegestelle kam sie langsam wieder zu Kräften. Ganz überraschend meldete sich eine Dame speziell für Ayla. Sie wollte keine anderen Katzen sehen und war von unserem Wackelköpfchen ganz angetan. Die Wohnung wurde behindertenfreundlich eingerichtet und Ayla zog um. Bereits in der ersten Nacht kletterte die kleine Maus selbstständig ins Bett ihres neuen Menschen und vergisst nun hoffentlich schnell die unangenehmen letzten Monate.

Nun betreue ich in diesem Zimmer nur noch Paula. Paulas Fortschritte sind gut, aber auch abhängig von der jeweiligen Tagesform. Die anderen Katzen, vor allem die ständigen Wechsel, machen auch ihr zu schaffen. Ich versuche mit ihr etwas zu trainieren, aber bei vielen Bewegungsübungen kommen uns andere Katzen in die Quere. Sie sitzt gerne auf meinem Schoß und ich manipuliere ihre Hinterfüße. Sie klettert mittlerweile auf den Kratzbaum und läuft das kleine Treppchen aufs Bett recht flüssig.

Gestern sprang sie, als sie mich sah vom Kratzbaum, konnte mit den Vorderpfoten den Schwung nicht abfangen und überschlug sich. Mir stockte der Atem, aber sie rappelte sich wieder auf und stakste mir entgegen. Am liebsten spielt sie mit mir auf dem Bett. Dort ist sie vor Artgenossen sicher und jagt im Liegen. Sie pfötelt sehr engagiert mit den Vorderpfoten nach meiner Federangel, während sie sich mit den Hinterpfoten ganz gekonnt abstößt.

An tumultigen Tagen ist sie weniger zugänglich, meidet mich und wehrt meine Annäherungen mit Pfotenhieben ab. Was mich beunruhigt ist, dass sie sich nach wie vor häufig mit dem linken Hinterbein am Hals kratzt, dies scheint ein Impuls zu sein, der mit ihrer Verletzung in Zusammenhang steht. Oft führt sie diese Bewegung aus, wenn sie unsicher oder überfordert wirkt. Man kann dieses Kratzen auch auslösen, wenn man den Hals an einer bestimmten Stelle berührt.