Tamtam und Filou

Der Grautiger Tamtam ♂ 10 Monate, seine Schwester Filou ♀ 10 Monate und rabenschwarz, genau wie die kleine Valentina ♀, 7 Monate, und Minka ♀ ebenfalls schwarz und Cleo eine 3 jährige Grautigerin, wie Minka eine Abgabe.

Tamtam gilt als wild und aggressiv gegenüber Menschen. Er und seine Schwester Filou sind sehr scheu. Tamtam kommentiert menschliche Annäherung mit Fauchen und Scheinangriffen (Spucken und Pfotenhieb). Filou wird lieber unsichtbar und sitzt meistens in einem abgehängten Kratzbaum.

Untereinander sind alle sehr friedlich und hinsichtlich Artgenossen gut sozialisiert. Neuzugänge, wie in der vergangenen Woche Minka, werden ohne Drohungen oder Verfolgungen aufgenommen. Allerdings führen Änderungen der Gruppenstruktur zu Interferenzen im Therapieverlauf. Tamtam und Filou unterbrechen für ein bis zwei Sitzungen ihre Interaktionen mit mir und beginnen reduziert oder gehemmt erneut die Distanz zu verringern.

Zu Beginn meiner Besuche Mitte März litt Valentina unter einer fiesen Schnupfenattacke und hatte ein schlimmes Auge. Ich merkte erst nach drei Wochen, dass sie eigentlich streichelzahm war und menschliche Zuwendung sehr genoss. Scheinbar hat sie ihr gesundheitlicher Zustand unter dem Bett bei Tamtam gehalten.

Alles begann wie immer. Ich setzte mich in ihrem Zimmer an die hintere Wand, so dass ich sowohl das Bett unter dem sich Tamtam und Valentina versteckten als auch den Kratzbaum mit Filou bespielen konnte. Tamtam spielte in der dritten Sitzung mit, Filou pfötelte verhalten in der vierten Sitzung unter dem Tuch auf ihrem Kratzbaum etwas mit der Gerte, begab sich aber nicht auf den Fußboden.  Minka war eine sehr lebendige und aufgeschlossene Katzendame, die mich nachhaltig durch ihre Sprünge und Saltos beeindruckte, sie fand nach drei Wochen ein neues Zuhause.

Tantam war äußerst gebannt von der Federangel und der Gerte, die Bewegungsreize zogen ihn so sehr in Bann, dass er meine Gegenwart gelegentlich vergaß. Kam er mir dann im Spiel versehentlich zu nahe fauchte er und tauchte wieder unter das Bett ab. Auch meinen ausgestreckten Finger fand er anfangs sehr bedrohlich und zog sich unter das Bett zurück. Nach einigen Stunden begann er auf meinen Finger ohne Krallen zu schlagen und sich halbherzig zurück zu ziehen, wobei ich den Rückzug mit einer Bewegung des Spielzeugs wieder unterbrechen konnte und er schnell wieder in das Spiel einstieg.

Filou ließ sich langsam mit Hühnchen ködern und spielte in ihrem Versteck mit der Gerte. Nach sechs Wochen traute sie sich zum Ende der Sitzung auch auf den Boden. Sie blieb aber in der Deckung seines Kratzbaums, pfötelte aber am Boden mit mir und der Gerte.

Valentina wurde wegen ihres erneut aufflammenden Schnupfens nun in die Krankenstation verlegt.

Für Valentina kam Cleo eine Abgabe. Cleo hat große Angst vor ihren Mitkatzen und verbrachte die ersten Wochen unter dem Bett unter dem sich bislang Tamtam versteckt hatte. Sie fraß nicht und verstand die Welt nicht mehr. Nach drei Tagen konnte ich sie mit etwas Hühnchen animieren, etwas zu essen. Cleo suchte Kontakt zu mir, aber Valentina wich nicht von meiner Seite und das war für Cleo zu bedrohlich. Cleo rollte sich unter dem Bett und gab Köpfchen aber sobald ein Artgenosse in ihrer Nähe auftauchte, fauchte und knurrte sie und schlug nach allem was in ihrer Nähe war, inkl. mir.