Verschreckte Sunny

Sunny war eine freundliche Grautigerin mit weiß, die im Tierheim immer einen leichten Kamm auf dem Rücken hatte, da sie sich sehr unwohl fühlte. Sie war ohne Angabe von Gründen abgegeben worden und stark verunsichert.
Bei unserem ersten Kontakt lag sie zusammengekauert unter dem Bett. Ich kroch vorsichtig unter das bett und streckte meine Hand aus. Sie legte die Ohren an und fauchte. Ich vertraute auf mein Bauchgefühl und rückte ihr weiter zu Leibe und lag richtig. Sunny suchte Kontakt. Ich kraulte sie am Ohr und sie legte ihren anfänglichen Wiederstand ab. Sunny schmeichelte ihren Kopf in meine Hand begann zu schnurren und vor Freude und Aufregung zu sabbern, aber sie traute sich nicht unter dem Bett hervor. Ich setzte mich nun bei jedem meiner Besuche vor das Bett und lockte Sunny immer etwas weiter an den Rand des Bettes. Sie war regelrecht ausgehungert nach menschlichem Kontakt und überwand sich jedes Mal ein bisschen mehr mir entgegen zu kommen. Nach einer Woche kam sie tatsächlich für einen kurzen Augenblick ganz unter dem Bett hervor. Sunshine auf der gegenüberliegenden Seite kommentierte dies sofort mit einem unwilligen Schrei, woraufhin Sunny sofort wieder verschwand. Aber nicht nur die anderen Katzen verunsichteren Sunny, jedes Geräusch im Haus kommentierte sie mit einem drohenden Grollen und dem sofortigen Rückzug unter das Bett. Auch Sunny hatte Glück, eine Zweitkatze für die Wohnung wurde gesucht und Sunny hatte es einer freundlichen Dame angetan. Sie verbrachte mehrere Nachmittage halb unter Sunnys Bett liegend mit Köpfchenkraulen. Auch hier entstand schnell eine Bindung und Sunny zog vor zwei Tagen aus.
Ruby fand bei einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin eine Pflegestelle und wird dort auf eine kleine OP vorbereitet. Die Situation entspannte sich wieder im Zimmer 16.