Josch, Merle und Merit ziehen um

Die drei sind Anfang März aus dem kleinen Zwinger im Altbau in das große Zimmer 15 im Katzenhaus zu meinem Sorgenfell Minka gezogen.

Josch war von Anfang an begeistert über den Freiraum für Rennspiele und wilde Sprünge. Mittlerweile steht er aufgeregt vor der Glastür, wenn er draußen meine Stimme hört und kann nicht abwarten, bis ich endlich da bin und die Federangel auspacke. Er teilt sich den Spaß mit Maxi, die nun am längsten in diesem Zimmer ist. Linda, Tara und die beiden anderen Grautigerdamen wurden zwischenzeitlich in ein neues Zuhause entlassen.

Josch und Maxi konkurrieren um die Spielangel und rasen aufgedreht und übermütig durch das Zimmer. Dafür, dass Maxi eigentlich keine anderen Katzen in ihrer unmittelbaren Umgebung mag, haben sich die beiden zu einem guten Team entwickelt. Josch bekommt nur ganz selten eine Zurechtweisung, z. B. Wenn er Maxi im Spiel über den Haufen rennt oder im Eifer des Gefechtes tackelt.

 

Er vergisst im Spiel immer mehr seine Furcht vor mir und kommt auf ca 30 cm an mich heran, er schnuppert immer wieder an meiner Hand und pfötelt oder haut ohne Krallen auf meine ausgestreckten Finger. Aber eigentlich will er nur toben. Wenn ich mich mit Minka oder seinen Schwestern beschäftige, legt er sich mit einem Abstand von 1-2 m vor mich und wartet bis ich das Spiel wieder aufnehme. Streicheln findet er, wenn es mir gelingt ihn beim rennen zu berühren, unheimlich.

 

Seinen Schwestern ist die Umgewöhnung etwas schwerer gefallen. In den ersten beiden Wochen lagen die beiden in einem Spalt unter dem Heizungskörper und haben die neuen Mitkatzen, die veränderten Routinen, Geräusche und Gerüche schüchtern zur Kenntnis genommen. Ich konnte de beiden nicht zu einem Pföteln oder einem Erkundungsgang ermuntern.

Meritt warf ich etwas Hühnerfleisch vor die Pfoten und als ich meine Hand wieder zurückzog krabbelte sie ein Stückehen aus ihrem Versteck und schnappte sich jeden Brocken einzeln um wieder unter dem Heizkörper zu verschwinden.

Merle beäugte mich abweisend. Ich hielt ihr ein Stückchen Hühnerfleisch hin. Als sie gar nicht reagierte, legte ich ihn ihr direkt vor die Füße und berührte ihre kleine weiße Pfote. Merle zuckte etwas mit der Pfote, fauchte aber nicht und zog die Pfote auch nicht weg. Als ich die Hand entfernte nahm sie das Stückchen vorsichtig mit der Schnauze und schaute mich beim fressen genau an.  Nach zwei Wochen durfte legte sich Merle unter dem Heizkörper auf die Seite und fummelte mit der Vorderpfote an meiner Hand. Vorsichtig schob ich meine Hand in ihr Versteck und Merle schob mir ihren Kopf in die Hand. Ich durfte sie streicheln und sie rollte sich vor Wonne einmal um die eigene Achse und speichelte vor Aufregung und Freude. Kein Fauchen, keine Abwehr. Das alles spielte sich ca.30 cm von Meritt entfernt ab, die auch unter der Heizung saß und genau so erstaunt war, wie ich.

Mittlerweile ist Merle unter den Tisch im Zentrum des Zimmers umgezogen und wartet gespannt darauf, dass ich den Vorhang hebe und mit ihr ausgiebig schmuse, die kullert über meine Hand und wälzt sich unter dem Tisch. Sie leckt und schnurrt und tatsächlich ist sie in der vergangene Woche sogar ein paar Schritte aus ihrem Versteck hervor gekommen, um mich zu begrüßen. Außerdem liegt sie jetzt manchmal, wenn es im Katzenhaus ruhig ist, ausgestreckt und entspannt auf einem der Kratzbäume – ganz ohne Sichtschutz.

Aber auch Meritt macht Fortschritte. Huhn wird manchmal auch direkt aus der Hand genommen. Anfassen ist unangenehm, aber nicht mehr mit großem Schrecken verbunden. Außerdem kommt sie nun auch hin und wieder aus ihrem Versteck unter der Heizung hervor und schaut Josch aufmerksam beim Spielen zu oder legt sich zu Merle unter den Tisch. Zwei, drei Mal konnte ich sie dazu animieren ein Spielzeug zu untersuchen und zu pföteln.