Neues von Molly, Tiger Minka, Julchen, Mana und eine neue Herausforderung

Nach dem Molly beim Tierarzt untergebracht wurde zog Tiger, eine verunsicherte kleine einjährige Siamdame bei Minka, Julchen und Mana ein. Tiger saß mit angstgeweiteten Augen unter einem kleinen Couchtisch in einem Katzenklo und fauchte alles an, ob Mensch oder Katze. Die Situation war für sie schwer zu ertragen. Aber meine Federangel reizte sie. Immer wenn die Federangel an ihr vorbei flog, musste sie schwer an sich halten nicht hinterher zu fegen. Der ganze kleine Körper bebte in ihrem Versteck vor Anspannung und Jagdfieber. Dann begann sie ihren Kopf zu schütteln und bald wurde klar, dass sie eine schmerzhafte Ohrenentzündung hatte. Ich besuchte sie auf der Krankenstation und fütterte sie mit der Hand. Nach einigen Tagen durfte ich auch mit einem Finger an der Backe kraulen, während sie das Futter aus meiner Hand leckte. Ganz überraschend kam ein Pärchen, das Tiger im Internet gesehen hatte. Da es sie nicht störte, dass die kleine Maus nicht streichelbar war, und sie viele Erfahrungen mit Siamkatzen hatten, war es eine perfekte Kombination. Tschüss Tiger!

Auch Julchen macht Fortschritte. Man kann sie sicherlich noch nicht streicheln, aber sie ist nicht mehr so verschlossen und wütend. Sie beteiligt sich an Spielstunden, sie nimmt Hühnchen aus den Fingern ohne zu schlagen und blinzelt mit mir. Die Pupillen in ihren großen blauen Augen erscheinen auch etwas kleiner.

Minka hat ein neues Domizil bezogen. Sie liegt nun auf dem Bett unter der Tagesdecke. Wenn sie mich hört arbeitet sie sich schnaufend unter den Decken hervor und wartet auf ihr Schälchen mit ihrer Taurinpaste. Ich darf es ihr ohne Sicherheitsvorkehrungen unter die Nase stellen und sie attackiert mich nicht. Ich darf ihr auch keine Leckerchen mit der Hand reichen und sie nimmt sie mir vorsichtig aus den Fingern. Auch streicheln ist hin und wieder erlaubt. Umso unverständlicher war es mir, als sie mich vor ein paar Tagen, attackierte und kratzte. Wenn sie mich in den vergangenen Monaten einmal zu Recht gewiesen hatte, dann geschah dies ohne Krallen. Doch diesmal hatte sie mich richtig erwischt. Nun war auch der andere Zeigefinger eingeflastert. Ich war verstört und schimpfte mit Minka, bis mir klar wurde, dass einen Tag vorher Tiger aus dem Zimmer rechtumständlich eingefangen werden musste und sich sehr gesträubt hatte. Minkas Nerven lagen sicherlich bloß und sie hatte Angst, dass es jetzt auch ihr ans Leder ginge. Ich hatte den ganzen Tag ein schlechtes Gewissen, weil ich sie geschimpft hatte.

Seit Tigers Auszug sitzt eine neue arme kleine graugetigerte Seele, Danny, geb. 2006, bei Minka im Zimmer unter der Heizung und stellt sich tot.

PS: Gestern wurde Mana vermittelt, ich freue mich, dass diese kleine Katzen-Person endlich ein Zuhause gefunden hat.