Schwierige Zeit für Oliver, Barney, Ludwig

Nach dem sie sich gerade wieder an die neuen Gegebenheiten in ihrem neuen Zimmer, mit dem kleinen Freigehege gewöhnt hatten, an dem ein Wirtschaftsweg liegt, auf dem viel Krach gemacht wird, über den die Hunde kläffend Gassi geführt werden und schrecklich lärmende Karren geschoben werden, wurde Struppi bei ihnen einquartiert. Struppi war ein Platzhirsch und scheuchte jeden der ihm in die Quere kam. Ludwig traute sich nicht mehr in das Zimmer und verbrachte seine Tage mit dem scheuen Lucky unter einer Bank. Selbst mein verführerisches Hühnerfleisch konnte ihn nur für kleine hektische Vorstöße hervorlocken. Nervös schoss er unter der Bank hervor, schnappte sich ein Stückchen Huhn und verschwand wieder unter der Bank, die Pupillen weit aufgerissen und seine Umgebung ängstlich scannend. Barney ging es nicht viel besser. Er wechselte wenigstens noch hin und wieder von Drinnen nach Draußen, aber auch er hatte panische Angst vor Struppi. Die beiden kannten nur ihre Mutter Pheobe und gleichaltrige Katzen, die niemals aggressiv auf sie reagiert hatten und Struppis Attacken waren für sie völlig ungewohnt. Oliver reagierte ganz anders, auch er wurde von Struppi angegriffen, aber er steckte das ein und war weniger schockiert. Er saß regelmäßig an der Tür wenn er mich hörte und blickte mich traurig an. Da Struppi in meiner Gegenwart besonders kiebig auf die anderen Katzen reagierte, war es schwer die regelmäßigen Spielstunden durchzuführen ohne die Situation eskalieren zu lassen. Was nutze es, wenn ich zu den Dreien ging und sie dann regelmäßig verprügelt wurden, wenn sie sich aus ihren Verstecken trauten? Ich war heilfroh, wenn ich jemanden überreden konnte mit mir in das Zimmer zu gehen, sodass sich einer um Struppi und einer um die anderen Katzen kümmern konnte. Dennoch schaffte ich es, Oliver regelmäßig zu streicheln und Ludwig wenigstens sporadisch. Diesen Erfolg wollte ich mir nicht mehr nehmen lassen, schon gar nicht durch solch widrige Umstände. Nur mit Barney kam ich so nicht weiter.

Am schlimmsten hatte es die arme Romy getroffen, weil sich Struppi richtig gehend auf sie einschoß. Kaum steckte sie die Nase durch die Katzenklappe, schoss Struppi auf sie zu und jagte sie wieder hinaus. Die Situation eskalierte über einige Wochen und dann wurde endlich ein Einzelzimmer für Struppi frei, der auch sichtlich unter der Situation litt, da er begann sich Fell auszureißen.

Nun beruhigt sich die Situation im Zimmer langsam wieder und wir kehren zu unseren ruhigen Hühnchenrunden zurück.

PS: Am vergangenen Wochenende wurden Struppi und Romy in ein eigenes Einzelkatzenzuhause vermittelt!

Oliver Ludwig (2) Ludwig Barney (2) Barney (1)

Oliver