Pheobe zieht zu Frieda

Pheobe bekam der Umzug in das neue Zimmer mit dem kleinen Außenbereich sehr gut, im Gegensatz zu Ihren beiden Söhnen, hatte sie ein Quartier neben der Tür bezogen und war sehr gelassen. Sie kam nach wie vor auf mich zu, wen ich das Zimmer betrat und setzt sich in wenigen Zentimetern Abstand zu mir. Eines Tages war ich sprachlos, sie nahm Huhn aus meinen Fingern und machte einen kleinen trippelnden Katzenbuckel und ich durfte sie zum ersten Mal berühren. Ich glaube wir waren beide etwas verwundert. Ich hatte Pheobe immer für eine verwilderte Hauskatze gehalten, aber scheinbar hatte ich mich da getäuscht.

Drei Wochen nach dem Frida ausgezogen war, kam die Dame erneut ins Tierheim und wollte eine Dritte Katze. Frida und ihre Katze Zoe verstünden sich zwar, aber sie spielten nicht mit einander. Ihre Wahl fiel auf die scheue Pheobe, was mich sehr freute, da Pheobes Vermittlungschancen sehr schlecht waren. Pheobe musste mit dem Kescher eingefangen werden und war sehr traumatisiert, als sie bei der Dame aus dem Transporter stieg. Weil sie drei Tage nichts aß besuchte ich sie. Im Gepäck ihr geliebtes Hühnerfleisch, Notfallbachblüten und Felliway. Pheobe saß unter einer Couch, kaum zu sehen und boykottierte auch meine Annäherungsversuche. Es kommt häufig vor, dass Katzen nach einem solchen Umgebungswechsel ein paar Tage nicht fressen, allerdings gibt es auch einige, die in einen lebensbedrohliche Zustand geraten und Zwangsgefüttert werden müssen, um eine Dehydrierung zu verhindern. Da hätte bedeutet Pheobe wieder mit dem Kescher einzufangen und ihr noch mehr Stress durch die Zwangsmaßnahmen zu machen. Wir bangten noch zwei weitere Tage um Pheobe, aber dann begann sie zu unserer großen Freude nachts zu essen und holte nach, was sie zwischenzeitlich verpasst hatte. Sie sitzt zwar meist noch unter der Couch, aber hin und wieder traut sie sich auch schon in den Kratzbaum daneben. Eine solche Katze wie Pheobe aufzunehmen erfordert Geduld und Mut und eine solche Entscheidung macht in meinem Universum einen Unterschied und ich bin immer sehr gerührt, wenn ich einen Menschen treffe, der sich eines solchen Katzentieres wie Pheobe, Molly oder Jane annimmt.

Die Dame wollte mir auch zeigen welche Fortschritte Frida gemacht hatte, die sich frei im gesamten Haus bewegte und sich an der zutraulichen Zoe orientierte. Aber Frida war ganz entgegen ihrer neuerlichen Gewohnheit während meiner Anwesenheit wieder unsichtbar geworden. Auch wenn ich im Tierheim das Vertrauen vieler ängstlicher und scheuer Katzen gewinnen kann, so finden die meisten meiner Schützlinge meine Anwesenheit in ihrem neuen Zuhause unpassend. Ich kann es ihnen nicht verübeln. Also bekam ich Frida nicht zusehen.

Frieda (2) Frieda (3) Frieda (4) Frieda Pheobe (2) Pheobe (3) Pheobe (4) Pheobe (5)