Eine harmonische Gruppe

Ganz anders als im Zimmer 16 war die Stimmung im Zimmer 1 Zu Tamtam und Filou waren nach Felix Auszug Benjamin und Zara gekommen und im vergangenen Monat der verängstigte Cagney, ein junger sehr schön gezeichneter schwarz-weißer Kater. Alle vertrugen sich – ein seltener Glücksfall. Benjamin war irgendwie der Kitt zwischen allen. Er spielte mit Tamtam und mit Cagney, er ließ Filou völlig in Ruhe, die das Treiben nach wie vor lieber aus sicherer Distanz beobachtet. Die Backpfeifen der kleinen herrischen Zara nahm er gelassen hin.
Tamtam fand den großen behäbigen Benjamin zu nächst etwas bedrohlich, er schien nicht zu wissen, wie er mit Benjamins etwas rüden Spielaufforderungen umgehen sollte. Wenn Benjamin ihn takelte, fauchte Tamtam verwirrt und zog sich zurück. Aber die Distanz zwischen den beiden wurde immer kleiner und in den vergangenen Wochen begrüßten mich Benjamin, Tamtam und Cagney an der Glastür und schmeichelten aufgeregt alle um einander. Tamtam und Cagney gaben Benjamin Köpfchen und wickelten ihre Schwanz um ihn. Auch Tamtam hat in meinen Augen von Benjamins ruhigem Wesen profitiert.
Benjamin und Cagney sind am Wochenende ausgezogen zu einer Familie mit Hund.
In das Zimmer eingezogen ist Joe ein schmaler roter Kater mit dickem Katerkopf, der sich viel draußen aufhält und noch keine Freundschaft geschlossen hat, aber die anderen Katzen mehr oder weniger ignoriert.
Auch Filou hat sich etwas verändert, sie ist noch sehr scheu, aber sie zeigt sich öfter, kommt wenn ich rufe meistens kurz vorbei. Ich glaube auch sie freut sich über meine Besuche, denn in den letzten Wochen hat sie ein Ritual begonnen. Nach etwa 15 Minuten springt sie auf einen Kratzbaum und beginnt heftige zu kratzen. Dabei schaut sie immer wieder über die Schulter zu mir rüber. Für Hühnchen kommt sie etwa auf einen halben Meter an mich heran. Leider kann ich nicht mit ihr spielen, weil Tamtam sich dann immer einmischt und der schüchterne Filou überlässt Tamtam immer durch Rückzug das Feld.

PS: Benjamin und Cagney sind wieder zurück. Angeblich hat Cagney den Herrn des Hauses verletzt, als dieser mit ihm spielen wollte. Ich kann das nicht glauben, da Cagney sich in der ganzen Zeit, in der ich mit ihm arbeitete nicht einmal aggressiv gezeigt hat, nicht einmal, wenn er in Bedrängnis kam. Er flüchtete und versteckte sich, er hat nie angegriffen. Auch im Spiel hat er immer ohne Krallen agiert und seine Spielaktion immer auf das Spielzeug, nie auf den Menschen, gerichtet.

 

Cagney sitzt oft fragend vor mir