Cagney macht den letzten Schritt

Nach dem verunglückten Vermittlungsversuch arbeitete ich weiter mit Cagney und seinen Zimmergenossen. Insbesondere Zara freut sich darüber, dass Benjamin wieder zurück gekommen war.

Cagney hatte die Erfahrung nur kurzfristig zurück geworfen bereits nach einer Woche kam er wie gewohnt zu unseren Spielstunden. Neu war, dass er mich ausgiebig musterte und weder am Hühnchen noch am Spiel sonderlich interessiert war. Wenn er mich kommen hörte rannte er aufgeregt an den Zaun und lief mit mir am Zaun entlang um mich ungeduldig an der Zimmertür zu empfangen.

Ich wunderte mich über seine Aufmerksamkeit und war noch erstaunter, als er an einem Tag plötzlich unvermittelt ein Köpfchengeben kurz vor meiner ausgestreckten Hand andeutete. Ich hielt ihm meinen Finger hin und er reckte seinen Kopf vor und rieb sich an meinem Finger das Kinn. Dann brach es mit ihm durch. Er schmiegte sich in meine Hand, kletterte auf mir rum und war über sich selber und seinen Mut und das gute Gefühl gestreichelt zu werden ganz aufgeregt. Von da an begann das Ritual immer gleich, er stand erwartungsvoll vor mir, tanzte von einer Pfote auf die andere und rieb sich erst schüchtern das Kinn an meinem Finger, um dann heftig los zu schmusen, er stand sogar mit milchtritt auf meinem Schoss und stieß seine Nase gegen meine Nase, eine Nasenbegrüßung und eine große Ehre für mich.

Kurz nach dem bei Cagney der Damm gebrochen war, wurden Zara und Benjamin gemeinsam vermittelt. Und auch Joe verließ uns. Für Benjamin wurden der selbstbewusste Pischi und der zurückhaltende Minosh ins Zimmer gesetzt. Tamtam, Pischi und Minosh hatten anfänglich einige Distanzprobleme und wiesen einander in die Schranken, Cagney turnte zwischen den Fronten herum und erstarrte vollständig, sobald einer der erwachsenen Kater fauchte, weil er die Mindestdistanz unterschritten hatte. Cagney  wartete geduldig, zur Statur erstarrt, bis sich die anderen wieder entfernten. Aber er war nicht furchtsam und hatte in kürzester Zeit selbst den Griesgram Minosh davon überzeugt, dass er ein toller Kumpel war und die Stimmung entspannte sich wieder. Egal wer Cagney begegnete, es gab einen Nasenstüber, eine Spielaufforderung, Parallellaufen oder eine Schwanzbegrüßung. Cagney hatte die Herzen der Kater gewonnen.

Aber am meisten freute ich mich, weil auch Filou immer aktiver wurde und sich nun regelmäßig präsentierte. Mittlerweile nimmt sie Huhn aus meiner Hand und ist nur noch selten unsichtbar. Aber anfassen lässt sie sich gar nicht.
Tamtam tat sich wie immer mit den neuen Zimmergenossen schwer. Aber er taute auch wieder schnell auf. Er treibt sich nun auch häufiger draußen herum und ist richtig erwachsen geworden. Tamtam und Fiilou haben in ihrem bisherigen Leben leider nur das Tierheim kennengelernt und hatten wegen ihres scheuen Wesens noch keinen einzigen Interessenten.

Tamtam nimmt noch immer kein Futter aus der Hand, aber er duldet meine Hand neben dem Hühnerstückchen und scheut in dieser Situation auch nicht mich zu berühren, anders ist es noch wenn ich versuche ihn zu berühren. Er zieht sich augenblicklich etwas 50cm zurück, so dass ich ihn nicht mehr berühren kann und schlägt er meist ohne Krallen und nicht mehr ganz überzeugt auf meine Hand ein. Verglichen mit seinem Verhalten von vor eine paar Monaten ist dies natürlich ein schöner Fortschritt.

PS: Cagney ist nun auch wieder vermittelt, ich hoffe dass es diesmal klappt und er einen Jackpot erwischt hat. Er durfte zu einem älteren Kater. Tschüss Cagney!