Hertha & Dominique & Chandro & Kira & Gigi & Kira

Zunächst wurde Kira eine rotbraun gestromte ältere Katzendame zu Hertha und Dominique ins Zimmer gesetzt. Kira entzog sich schnell den Übergriffen von Dominique und verzog sich auf einen Schrank, von dem sie nicht mehr runter kommt, teilweise nicht einmal mehr um auf die Toilette zu gehen. Sie ist verständlicherweise sehr gestresst und vermisst menschliche Aufmerksamkeit. Wenn ich das Zimmer betrete, hängt sie mit beiden Vorderpfoten in der Luft und krächzt mich an. Wenn ich versuche sie zu beruhigen, schmust sie sich in immer größere Aufregung, bis sie mich beißt und über das Beißen so erschreckt, dass sie zurück weicht. Ich versuche mich viel mit ihr zu beschäftigen. Allerdings kleben mir Hertha und Dominique und nun auch Gigi an den Fersen und dass findet Kira wiederrum verstörend. Daher verlässt sie den Schrank in meiner Gegenwart nur sehr selten.

Nach dem man nochmal versucht hatte Yemimah in das Zimmer zu integrieren, was wieder zu allgemeiner Panik und einer weißen Terrorherrschaft führte versuchte man es mit dem Trio Gigi, Jamie und Piro.

Die Drei wurden zusammen abgegeben lieben sich sehr und sitzen schon lange zu Dritt im Pensionshaus, aber leider hatte man bislang keinen gefunden, der alle drei zusammen nehmen wollte. Gigi suchte sich einen Platz auf dem Hochbett, scheinbar erfreut über das größere Quartier und die Abwechslung. Die beiden Kater freuten sich auch wollten aber das Zimmer mit keinem anderen Artgenossen teilen. Die Langzeitinsassen Hertha, Dominique, Chandro und Sophie, eine kleine ältere sehr scheue schwarze Katzendame, wurden erneut ihres einzigen Rückzugsortes beraubt, überfallen und attackiert. Insbesondere auf Dominique hatten es die beiden Kater abgesehen, zum einen, weil er sich nicht so einfach vertreiben ließ wie Chandro und Hertha und zum anderen vielleicht auch weil er die einzige ernstzunehmende Gefahr darstellte. Die beiden kesselten Dominique immer wieder unter einem Möbel ein, in dem sie ihm mögliche Ausgänge versperrten und fixierten ihn dort teilweise einige Stunden. Wenn Dominique dann aus seiner Zwangslage ausbrach, fing er Hiebe ein und wurde aus der Katzenklappe geprügelt. Jamie setzt auch draußen nach, und jeder der ihm in die Sicht kam wurde einige Runden durch das Gehege gejagt.

Die Übergriffe nahmen an Zahl und Intensität zu und die Entscheidung wurde getroffen, die beiden Kater wieder alleine in eine Box im Pensionshaus zu setzten. Gigi blieb in Herthas Zimmer, ich hoffe sie findet bald ein nettes Zuhause mit einem Artgenossen.

Ich habe nun öfter die Beobachtung gemacht, dass es zwei häufige Anfangssituationen gibt, wenn eine neue Katze wird in eine Gruppe gesetzt.

In der Regel wird diese Katze vom Zimmerchef sofort attackiert und auf Abstand gebracht. Über die nächsten zwei bis drei Tage entspannt sich solch eine Situation meist. Die neue Katze akzeptiert das Machtgefüge und versucht niemandem zu nahe zu kommen. In solch einer Situation wird das Zimmer von der Gruppe immer in kleine Teilterritorien unterteilt, die meist nur so groß wie ein Rückzugsort (Kratzbaum, Schränkchen, Kiste, unter dem Bett, unter der Heizung….) sind. Diese Bereiche werden von allen anderen Katzen toleriert. Hier erfolgen in der Regel keine Angriffe. Die Homezone ist ein wirklich geschützter Raum. Auseinandersetzungen gibt es nur bei der Nutzung der gemeinschaftlichen Einrichtungen (Toilette, Fressnapf, Wassernapf, Pfleger) oder auf den Wegen dorthin.

Schwierig wird es erst, wenn alle Rückzugsorte belegt sind und eine Katze kein solches Teilterritorium für sich beanspruchen kann. Dann wird es ständig zu Auseinandersetzungen kommen und die Gruppe wird nicht zu Ruhe kommen.

Die andere Ausgangssituation ist, wenn in eine Gruppe mit klarer Struktur, also wenigen Auseinandersetzungen, eine Katze gesetzt wird, die territoriale Ansprüche hat.

In dem Tempo in dem die territoriale Katze, das Zimmer als ihr Territorium vereinnahmt, entsteht eine Dynamik in der die Auseinandersetzungen progressiv zunehmen. Hier kann man davon ausgehen, dass die Katze unter keinen Umständen aufhören wird, die anderen zu vertreiben. Unter Umständen akzeptiert ein solches Tier die vorhandenen Gruppenmitglieder, aber wird kein weiteres neu hinzukommendes Tier akzeptieren.