Trauige Einzelgänger Lia, Lizzy, und Kiba

Im Fundhaus in Einzelboxen wurden Lia, Lizzy und Kiba untergebracht. Ich hatte berichtet, dass Lia wiedergebracht wurde, weil sie ihrer neuen Halterin zu langweilig war. Die Dame konnte nicht nach vollziehen, dass Lia so viel schlief, weil sie erschöpft war und sich erholen musste. Die Unterbringung in einem Raum mit Artgenossen und der Lärm im Tierheim war für Lia eine große Belastung. Nun sitzt sie alleine in einem kleinen Glaskasten und wartet noch immer auf jemanden der sie so akzeptiert wie sie ist: Eine liebe unkomplizierte schwarze Katze, die Zuneigung und Nähe braucht und nicht viele Abenteuer und keine Artgenossen.

Ähnliches gilt für Lizzy, die ebenfalls im November zu uns kam. Lizzys Nerven lagen blank, sie war nervös und hatte eine stressbedingte Blasenentzündung mit gebracht. In einem großen Zimmer im Katzenhaus wurde ihr Zustand nicht besser, sie verkroch sich und mied ihre Artgenossen. Sie begegnete ihnen nicht aggressiv, aber sie zog sich immer mehr zurück und reagierte auch nicht mehr auf meine Versuche sie aus ihrer Isolation heraus zu schmeicheln. Also landet sie auch in einem Glaskasten allein für sich. Lizzy ist eine sehr menschenbezogene verschmuste Katze, die sich über jede Form von Zuneigung freut.

Die letzte im Bunde ist Kiba. Kiba sitzt auch in einer Glasbox, weil sie eine schwere Blasen-Operation hatte und noch nicht ganz wiederhergestellt ist. Sie braucht spezielles Blasenfutter und sie geniest nicht den besten Ruf. Wenn man an ihrer Box vorbei geht, schmust sie einen an und maunzt und drückt sich an die Scheibe, dass man denkt, „Oh Gott was ein nettes kleines Katzentier.“ Wenn man aber dann die Boxentür aufmacht, springt sie einem aufgeregt entgegen und im Überschwang, greift sie auch einfach einmal an.

Ich öffne die Tür nur einen kleinen Spalt und stecke sofort einen Federwedel durch um sie damit abzulenken. Das Spiel mit dem Federwedel findet Kiba klasse. Sie duckt sich in der kleinen Box und lauert und hechtet auf den Wedel, um ihn gründlich zu töten. Die Hintergliedmaßen sind noch von der OP etwas wackelig, denn sie hat einen sehr imposanten Bauchschnitt, den sie unter der Rotlichtlampe nach einem wilden Spiel gerne präsentiert, wenn sie sich entspannt auf den Rücken wälzt. Zwischendurch kommt sie immer wieder zu mir und reibt sich vor Wonne sabbernd an meinen Armen und Händen. Da sie hin und wieder so überreagiert, fasse ich sie zurzeit noch nicht aktiv an, sondern lasse nur diesen passiven Körperkontakt mit ihr zu.

PS: Leider hat Kiba wieder Blut ausgeschieden und musste heute wieder in die Klinik. Ich drücke ihr ganz fest die Daumen!