Paula mit der großen Lebensfreude

Vor fünf Wochen wurde ich auf eine kleine schwarze Katze im Fundhaus aufmerksam gemacht. Sie hatte einen Autounfall und musste an der Wirbelsäule operiert werden. Sie wurde nach dem Unfall bereits vier Wochen in der Klinik nachbehandelt und ihre Prognose war sehr gut, da sie nun mit Hilfe von Medikamenten wieder selbstständig Urin absetzten konnte. Allerdings war ich bei unserem ersten Treffen dennoch schockiert, die Hinterbeine waren fast gelähmt und sie zog sie hinter sich her. Nur gelegentlich konnte sie die Beine richtig einsetzten, sie rutschten immer wieder weg oder sie setzte den Fußrücken an Stelle des Fußballens auf. Im Sitzen grätschten die Beine weit auseinander und so schleppte sie sich durch die Box. Hin und wieder zuckte das linke Hinterbein hoch und stand grotesk hinter ihrem Kopf ab. Sie drehte sich dann immer in der rechten Seite stark ein, und versuchte sich zu kratzen, so als würde etwas stark jucken. Dann hielt sie einen Augenblick inne, und schien weggetreten zu sein. Die Sequenz endete immer mit dem Herunternehmen des Beines, anschließendem hektischen Flankenleckens und einem gründlichen Kopfschütteln, dann war sie wieder da, wollte Streicheleinheiten und Zuwendung.

Ich hatte Angst mich mit ihr zu beschäftigen und die Sache zu verschlimmern, da ich schließlich keine Physiotherapeutin bin. Daher stimmte ich das weitere Vorgehen mit der Tierheimleitung und der Klinik ab und beauftragte eine Physiotherapeutin. Diese zeigte uns einige Übungen, die die Nervenregenerierung beschleunigen sollte, stimmte mit mir eine Magnetfeldtherapie ab und verschrieb ein homöopathisches Heilmittel. Paula bekam nun jeden Tag eine Magnetfeldanwendung und wir tasten sie ab, massierten ihre Füße und schaukelten sie, wenn sie stand, damit sie eine bessere Koordination bekam. Schon wenige Tage nach diesen Maßnahmen, hörten die krampfartigen Bewegungen auf und sie wurde täglich sicherer beim Laufen. Meine anfängliche Sorge verfolg bei dem rasanten Tempo, das die kleine Maus bei ihrer Heilung vorlegte. Mittlerweile zieht sie die Hinterbeine richtig unter den Körper, wenn sie sitzt, sie tritt immer mit der richtigen Seite der Pfote auf und wird immer mobiler. Die Manipulationen lässt sie sich immer weniger gefallen, stattdessen will sie spielen und pföteln und wartet immer ganz aufgeregt an der Tür ihrer kleinen Box auf etwas Aufmerksamkeit. Ich hoffe, dass Paula, so schnell wie möglich einen guten Platz bekommt, an dem sie sich richtig erholen kann und an dem die Menschen noch etwas Rücksicht auf ihre Behinderung nehmen, die sicherlich bald völlig ausgeheilt ist.