Missgeschick

Max saß in einer Kratzbaumhöhle in einer kleinen Box, die von beiden Seiten durch eine Glasscheibe einsehbar war. Da die Box sehr klein war, war auch der Abstand zwischen Max und mir von vornherein sehr klein. Ich hängte während meiner Besuche, die äußere Glasscheibe ab, so dass er zumindest nicht aus allen Richtungen das Schlimmste befürchten musste. Ich warf kleine Bröckchen Hühnerfleisch vor den Eingang seiner Kratzbaumhöhle, der von mir abgewandt war und sprach leise und einschmeichelnd mit ihm, während er knurrte. Kam meine Hand in sein Blickfeld fauchte er.

Nach einigen Minuten streckte er den Kopf aus seiner Höhle heraus und nahm sich ein Stück Hühnerfleisch. Ich redete ihm gut zu und er fand Hühnerfleisch richtig lecker, ein Glück für mich. Ich zog mich soweit wie möglich zurück und nach etwa einer halben Stunde stieg er aus der Höhle raus und wollte an die Dose mit dem Hühnerfleisch. Als er mir näher kam, überwog jedoch die Angst und er wollte zurück in seine Höhle, da ich aber die Fensterscheibe zugehängt hatte, verhedderte er sich in dem Vorhang und bekam noch mehr Angst. Er fauchte und ging hinter dem Vorhang in Deckung. Nun war er aber ohne Sichtschutz zwischen Glasscheibe und Vorhang und das war auch ungemütlich für ihn. Ich zog mich noch weiter aus der Box zurück und hoffte, dass er von alleine wieder in seine Höhle finden würde, aber er lag nur fauchend zwischen Fensterscheibe und Vorhang. Also entschloss ich mich, den Vorhang langsam unter ihm wegzuziehen und ihm den Weg in die Höhle frei zu machen. Ängstlich fauchend schlich er zurück in seine Höhle. Da ich eine Sitzung niemals mit einem Misserfolg enden lasse, fing ich wieder von vorne an. Nach weiteren 15 min nahm er wieder Huhn auf und fauchte nicht mehr. Ich ließ es damit für heute genug sein.