Auch Zutrauen geht häufig durch den Magen

Dominique hat ebenfalls große Fortschritte gemacht. In den ersten Stunden habe ich ihn nicht zu Gesicht bekommen. Er lag unter einem abgehängten Stuhl unter den er sich bei vermeintlichen Gefahren noch immer schnell zurück zieht. Aber nach kurzer Zeit saß er mit einem Sicherheitsabstand von drei Metern unter seinem Stuhl und schaute Herta und mir zu. Er ließ sich schnell durch Hühnchen Anteasern. Täglich verringerte er seinen Abstand und seine Angst. Gestern stand er zum ersten Mal auf meinem Bein

Anfänglich nahm er das Huhn nur vom Boden auf, hielt ich ihm das Huhn mit den Fingern hin, schlug er wild mit ausgefahrenen Krallen nach dem Leckerbissen.  Es genügte ihn ein  paar Mal darauf hinzuweisen, dass mir das wehtat. Mittlerweile nimmt er das Huhn zivilisiert mit der Schnauzte aus meinen Fingern ohne kollateral Schäden zu verursachen. Wenn Huhn im Spiel ist er sehr aufgeregt. Halte ich ihm den bloßen Finger hin, in der Hoffnung auf eine freundliche Begrüßung, beißt er kurz gehemmt hinein,  stellt seinen Irrtum fest – kein Huhn- und schaut mich verwirrt an. Er hat schon festgestellt, dass menschliche Finger nicht essbar sind und schmerzempfindlich.

Er spielt nur gehemmt, was sicherlich auch an der räumlichen Struktur liegt. In Konflikten mit Herta blinzelt er vehement, was ihn aber nicht daran hindert, sie aus dem Hinterhalt zu attackieren.  Streicheln konnte ich ihn bislang noch nicht.