Susi

Vor etwa 4 Wochen wurde Susi abgegeben. Der Pflegezustand war wie üblich bei Perserkatzen schlecht. Bei der Kastration wurden die schlimmsten Verfilzungen entfernt und sie wurde zunächst einzeln ins Fundhaus gesetzt, um abzuwarten, ob sie stressbedingt erkranken würde. In dieser kleinen Box traute sich bald niemand mehr sauber zu machen so fuchtig war Susi. Sobald sich jemand an ihrer Boxentür zu schaffen macht, sprang sie wie eine Furie aus ihrem Häuschen und versuchte den Feind in die Flucht zu schlagen. Ich wurde gerufen in erster Linie um bei ihr sauber zu machen, da man sonst den Kescher benutzen musste. Das wollte ich ihr unbedingt ersparen. Sie saß in ihrem kleinen Häuschen und war fast nicht zu sehen, nur ein übelgelauntes Jaunern und Brummen kam aus ihrer Höhle. Ich öffnete langsam und leise die Boxentür und das Jaunern ging in wütendes Schreien über. Ich wartete wieder, bis es etwas leiser wurde und holte ein Stängelchen hervor. Das Knistern der Verpackung brachte das Grollen und Jaunern vollends zum Versiegen und eine kleine eingedrückte puschelige Nase mit zwei riesigen gelben Augen schoben sich durch den Höhleneingang nach draußen. ich brach ein kleines Stück ab und warf es ihr vor die Nase. Die Bewegung meiner Hand wurde wieder mit Schreien und Fauchen quittiert, aber dann angelte ein kleine noch puscheligere Pfoten nach dem Leckerbissen im Verlauf der nächsten Stunde, konnte ich sie aus ihrer Höhle rauslocken, ihre Box stückchenweise sauber machen und sie mit dem Federwedel etwas ablenken. Aber die Zauberwaffe waren Stängelchen.

Nach einer Woche wurde sie in Zimmer 5 untergebracht. Ein erneuter Schock, andere Katzen wieder eine neue Umgebung, neuer Lärm und fremde Menschen. Susi verzog sich in die hinterste Ecke des Zimmers und kam noch nicht einmal zum Pipi machen hervor. Also bauten wir ihr zunächst eine sichere vor Blicken und Katzen geschützte Trutzburg aus Decken und Kissen mit eigenem Klo und eigenem Fress- und Wassernapf. Nach drei Tagen konnte ich Susi wieder mit dem kraschpelnden Geräusch der Verpackung der Stängelchen aus ihrer Festung hervor locken. Nach weiteren drei Tagen darf ich sie jetzt anfassen, allerdings muss ich noch sehr vorsichtig sein, denn das befummeln wird nur geduldet. Aber für Stängelchen nimmt sie auch mein Gegrapsche in Kauf. Meine Freude war groß, als ich sie gestern auf einem Kratzbaum schlafend vor fand.

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