Langzeitinsassen – Agathe, Francesca, Romolus, Baby, Cesare und Annabell

Anfang April habe ich angefangen mich auch um das letzte Zimmer mit Langzeitinsassen zu kümmern. Hier ist auch Agathe untergebracht. Agathe ist schon sehr alt und seit vielen Jahren bei uns im Tierheim. Sie ist eine traurige Berühmtheit, weil sie sicherlich am längsten einsitzt und nun so alt und wackelig ist, dass eine Umsiedlung keinen Sinn mehr zu machen scheint. Sie ist gut integriert in ihre Gruppe, insbesondere Francesca und Romulus sind mit ihr befreundet und  Menschen kann sie nichts abgewinnen. Agathchen hat schnell gelernt, dass ich verführerisches Huhn verschenke und kommt mir mittlerweile immer hinter her gewackelt. Sie setzt sich in einiger Entfernung hin, faucht mich zur Begrüßung an und dann darf ich sie mit der Hand füttern. Sie sieht schlecht, deswegen hat sie auch immer einen Teil meiner Finger im Mund, was nicht schlimm ist, weil sie keine Zähne mehr hat. Wenn sie frisst, darf ich manchmal ihren Kopf mit einem Finger streicheln. Sie beobachtet mich genau und geht jeden meiner Wege ab, in der Hoffnung noch ein Stückchen Huhn  zu finden, danach ist sie richtig süchtig. Sie hat keine Angst, aber auch kein über das Huhn hinausgehendes Interesse an mir. Nach all den Jahren kann ich das gut verstehen. Ich versuche ihr die restliche Zeit noch etwas zu versüßen.

Baby ist ein süßer kleiner schwarzer Kater mit einem Kipöhrchen. Er ist geschätzt 14 Jahre alt und etwas schüchtern, aber er hat sich mir schnell angeschlossen und spielt bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit mir, allerdings hält er eine Mindestdistanz von einem Meter für zwingend erforderlich. Er und Agathchen leisten mir immer Gesellschaft, dann kommt auch meistens noch Romolus vorbei. Er wohnt auch schon lange mit seiner Schwester Francesca im Tierheim. Er ist etwas mutiger als seine Schwester, die meist in ihrem Versteck unter dem Tisch liegen bleibt. Er ist ein hübscher großer nervöser Grautiger, der sehr aufgeregt den Bewegungen der Federangel folgt, aber sich noch kein Herz fassen kann, sie auch zu jagen. Manchmal kann er sich vor Spannung kaum halten, aber meine Gegenwart ist ihm nicht geheuer. Ich hoffe, dass er irgendwann seine Schwester, die ihm wie aus dem Gesicht geschnitten sieht anstiftet sich unseren Spiel- und Hühnchenrunden anzuschließen.

Cesare ist ein stattlicher schwarzer Kater, der die meiste Zeit draußen verbringt, er wird auf 8 Jahre geschätzt und in den ersten Wochen habe ich ihn nur als Schatten draußen von Deckung zu Deckung durchs Freigehege huschen sehen. Angefreundet haben wir uns durch den Zaun. Er ist mit Chandro aus Zimmer 4 befreundet  und die beiden charmieren oft am Zaun umeinander. Ich habe die Chance genutzt und Cesare durch den Zaun Hühnchen zu geworfen und, siehe da, sein Interesse war geweckt. Wenn der Gehegezaun zwischen uns ist, darf ich mich auf 50cm nähern. Er nimmt das Futter gelassen auf und rennt nicht weg. Bin ich bei ihm im Gehege, dann kommt er mittlerweile, je nach Tagesform, bis auf ca. 2m an mich heran. Er sitzt artig in meinem Blickfeld und wartet auf seine Leckerchen. Langsam ist auch er von meiner Ungefährlichkeit überzeugt. Die einzige die sich noch immer ängstlich versteckt ist Annabell eine wunderschöne Grautigerin mit weiß. Sie ist ca. 7 Jahre alt und verbringt viel Zeit draußen bei Cesare. Wenn ich sie besuche, sitzt sie immer unter einem abgehängten Stuhl und reißt die Augen ängstlich auf, wenn ich den Überwurf vorsichtig anhebe und ihr etwas Hühnchen anbiete.

Agathe (2) Agathe (8) Agathe und Romolus Agathe und Romulus Agathe_Baby_Francesca Baby Romolus (2) Romolus